Mehr- und Vielwind-Segler trotzt dem Leichtwind

 Kieler Woche 2026 fd2 0006 2

 
Philipp Buhl Fünfter bei Kieler Leichtwind-Regatta –
beweist einmal mehr und überzeugend seine Universalität!
 
(Kiel / Schilksee (Deutschland), 20./24.06.2026-- Text: Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben))
Eine Grand Slam Regatta, die man auf der höchsten Leistungsebene gerne vermissen möchte. Das bot die Kieler Woche 2026 den olympischen Seglern: Nullwind, Abwarten, ohne Wettfahrten temporär wieder zurück an Land, auch Tage ohne Wettfahrten und im Restlichen des fünftägigen Events ein Wettsegeln nur bei Leicht- und teils noch grenzwertigem Schwachwind. Und das ausgerechnet auf der deutschen Ostsee, wo es an Wind meist nicht mangelt. Eine mächtige flache Europa-Hochdrucklage machte das Ausnahme-Phänomen möglich.
Das Race-Committee gab ihr Bestes, um wenigstens fünf einigermaßen faire Wettfahrten der geplanten zwölf in die Wertung zu bringen. Für die Elimination-Serie (Teilung in Gold- und Silberflotte) reichte es nicht. Und auch die zwei Finales am Abschlusstag fielen dem schläfrigen Wind zum Opfer.
Das Pendant dieser Minimalbedingungen: Die Segler trotzdem hoch beansprucht. Weniger physisch wie ab kräftigem Wind, als vielmehr konzentrativ, feinfühlend, Einsatzspannung angepasst halten usw.
Lokalmatador und frischgebackener Vize-Europameister, Philipp Buhl, kam mit diesen und für ihn unerfreulichen und wohl eher als widrig empfundenen Windgegebenheiten erstaunlich gut zurecht. Der Sonthofer belegte am Ende den 5. Platz unter. Mit seinen überschaubaren 9 Netto- und nur 3 Brutto-Punkten (ohne Streicher) Rückstand auf den Führenden stand ihm für den Finaltag tatsächlich Tür und Tor für eine Steigerung offen. Doch auch dazu machte das laue Lüftchen einen Strich durch die Rechnung.
 
Schon am ersten Tag verkündete das Ergebnisportal „keine Ergebnisse“. Wind war zu schwach und instabil.
Keine Wettfahrten bzw. Ergebnisse am 1. Tag
 
SKieler Woche 2026 fd2 6574 2o verlagerte sich die Hoffnung seitens Veranstalter und Segler auf segelbaren Wind auf den zweiten Tag. Drei Races standen auf dem Plan. Mit Ach und Krach kamen zur zwei bei spärlichem Wind zustande – willkommen für die typischen Leichtwindsegler.
Philipp legte mit 8. und 9. Platz immerhin zwei einstellige und damit unter Berücksichtigung der Umstände ordentliche Positionen im zufriedenstellenden Range vor. Gesamt reichte ihm das zunächst für den Rang 11.
Ergebnisse nach 2 P-Races, bzw. 2. Tag  (P := Preliminary bzw. Vorrunde)
 
Dass die Bedingungen vielleicht doch endlich zum Besser durchfunken, dieses Hoffen löste sich auch am dritten Tag erneut in Luft auf. Am Tagesende statt drei leider nur eine einzige weitere Wettfahrt auf der Ergebnisliste.  
Philipp ließ dennoch nichts anbrennen und lieferte den beachtlichen 6. Platz ab. Zudem die Fortsetzung einer zufriedenstellenden Konstanz. Mit guten Chancen, den 16. Gesamtplatz in die Top-Ten zu verbessern.
 
Gewöhnlich kann die Elimination-Serie (Ausscheidungs-Serie mit fixer Fleet-Zuordnung) nach dem dritten oder evtl. auch schon  zweiten Tag beginnen. Doch die Mindestanzahl von vier Wettfahrten war noch nicht gegeben.
 
Man hoffte bei diesem anhaltend überwarmen Hochdruckwetter auf einen lokalen Thermikwind. Doch für eine typische gute Sea Breeze braucht’s weitere Voraussetzungen, was für den vierten Tag in spärlichem Ansatz gegeben war. Und überhaupt ist die Kieler Bucht (Innenförde) und ebenso die Außenförde aufgrund ihrer Formation wenig und nur sehr bedingt für thermische Seewind-Entwicklungen geeignet.

Die ILCA durften heute wegen TV-Übertragungen auf der Innenförde, auf der TV-Bahn HOTEL segeln. Dort wehte auch am ehesten eine leichte und noch einigermaßen segelbare See-Brise, Stärke 5 bis 7 Knoten (ca. 2 bis Ansatz 3 Beaufort).  Für richtiges und gutes Segeln eigentlich sehr / zu wenig. Jedoch für Leichtwind-Liebhaber begrüßenswert und chancenreich.

Doch auch jene, die mittlere bis noch segelbarer Winde (10 bis 28 Kn, bzw. 3 bis 6 Bft) mögen und können, müssen für gute Platzierungen auch mit leichten Lüftchen gekonnt umgehen können.
Das hat Philipp erstaunlich gut bewiesen. Im ersten Tages-Race passiert er das Ziel als 7. Bei noch etwas schwächerem Wind (durchwegs nur noch ca. 2 Bft) legt er in der anschließenden und letzten Fleet-Wettfahrt sogar noch eine Schippe drauf: 4. Platz, und um ca. 2 m den 3. Platz verfehlt.
Einen sensationellen 2. Rang erzielte der deutsche Nachwuchssegler (nicht im DSV-Kader) Maximilian Reger. Dagegen musste sich DSV-Kaderathlet und Leichtwind-Spezialist, Ole Schweckendiek, mit zwei 11. Positionen zufriedengeben. Für sein Leichtwind-Können hatte er allerdings mit zwei Siegen an den Vortagen den Beleg geliefert.
 
Kieler Woche 2026 fd2 9264 2Nun als Fünfter mit exklusiv einstelligen Resultaten für’s Finale qualifiziert. Damit konnte Philipp aufgrund der so mageren Winde sehr zufrieden sein. Das Podium noch zu erklimmen war mit seinem bescheidenen Punkterückstand durchaus noch realistisch. Im Falle von endlich mal mehr Wind ohnehin.

Leider wurde daraus auch nach stundenlangem Abwarten leider nichts: Damit ein Regattaabschluss ohne Finale unter den besten Zehn. Das gabs kaum jemals zuvor.

So wird die 2026er KiWo sowohl für die Olympia-Segler als auch die im Anschluss gesegelten internationalen Klassen (auch die Flying Dutchman Weltmeisterschaft mit nur vier Wettfahrten und gerade noch WM-Status erzielt) wohl mit überwiegend enttäuschendem Beigeschmack in Erinnerung bleiben.

Die drei ILCA 7-Gewinner sind junge und leichte Nachwuchssegler. Sie standen auf der hohen Leistungsebene des Sailing Grand Slam noch nie auf dem Podest: 1. Attilio Bori (Italien), 2. Lorenzo Mayer (Frankreich) und 3. John Frederik Wolf (Dänemark).
Die weiteren Platzierungen deutscher Segler der ersten Hälfte (bis Platz 60):
4. Ole Schweckendiek, 5. Philipp Buhl, ... 10. Philip Walkenbach, ... 13. Nik Aaron Willim, ... 47. Max Stiff, ... 50. Jean Franz Lasch ... und 51. Max Reger.
Keine Final-Races bzw. neuen Ergebnisse, 5. Tag 
 
G r a t u l a t i o n den Medaillisten, und auch
allen Top Ten-Platzierten!
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Tägliche Ergebnisse im Überblick:
- (Windbedingt keine Wettfahrten am 1. Tag)
- nach 2P-Races bzw. 2. Tag  ((P := Preliminary bzw. Vorrunde)
- (Windbedingt keine Finalwettfahrten am 5. Tag)  Somit ...
 
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Nächste Regatta:
ILCA  Weltmeisterschaft,  Dun Laoghaire, Irland / Nordatlantik bzw. Irische See
Di., 25. / So., 30.08.2026
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