Auch in Hyeres hervorragend gesegelt

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Philipp Buhl schafft es wieder bis knapp an’s Podium

(Hyeres (Frankreich), 20.04./25.04.2026-- Text: Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben))
Zwei Wochen nach der Palma de Mallorca-Regatta segelt Philipp Buhl erneut zu einem Spitzenergebnis unter der Weltelite der olympischen ILCA 7-Klasse. Und fast wie in einer Blaupause zu Palma bleibt er diesem Sailing Grand Slam (SGS) in der Bucht von Hyeres (Südfrankreich) unmittelbar vor der Bronzemedaille hängen.

Als undankbare Position wird der 4. Platz oft bezeichnet. Einerseits verständlich, denn die Medaille ist in unmittelbarer Reichweite leider entglitten. Doch andererseits sticht man in einem so hochkarätigen internationalen Konkurrenten-Feld nur mit einer nahezu ebenbürtigen Weltklasseleistung so weit nach vorne.

Eine gewisse Enttäuschung war Philipp nach dem knapp verfehlten Medaillenrang schon anzumerken - natürlich. Jedoch weiß der Oberallgäuer um die hohe Qualität seiner abgelieferten Leistung und sagt: „Bin trotz verfehltem Podest insgesamt recht zufrieden. Sowohl mit den meisten Wettfahrtverläufen als auch der guten Leistungskonstanz. Aber es gibt verschiedentlich noch Luft nach oben.“

 
Nach 13 Wettfahrten über sechs sehr anstrengende Tage dicht am Podium zu landen ist gewiss kein Selbstläufer. Dies gilt vor allem im ILCA 7-Boot, in der olympischen One Design-Klasse der Männer. Sie verzeichnet stets die umfangreichste sowie eine außerordentlich breite Besetzung an Top-Athleten und potentiellen Medaillisten. Am Start waren 135 Athleten aus 48 Nationen. Zuvor beim Mallorca-GSG starteten gar 199. Im Vergleich dazu im relativ gut besetzten olympischen 49er-Skiff: 45 Starter aus 20 Ländern. Darin besteht ein gravierender Unterschied für das Erzielen der Spitzenplätze.
Über die zweitägige Vorrunde aus vier der sogenannten Preliminary Wettfahrten sehen Philipps Ergebnisse gemischt aus. Er beendet die Vorrunde schließlich „nur“ als 13., was ihm zum Schluss etwas zum Verhängnis wird. Aufgrund der teils schwierigen Windbedingungen war diese Platzierung durchaus noch in Ordnung.
 
Ab dem dritten Tag teilte sich die Gesamtflotte in drei Leistungsgruppen mit fixer Zuordnung der Athleten. Die Goldflotte besteht aus den besten 45 Segler der Vorrunde, was nach dem neuen Format über alle GSG-Regatten konstant bleibt.

Angesagt war kräftiger Wind und in den Böen bis Starkwind. Der herrschte bereits vor dem geplanten Beginn um 11 Uhr. Die Windstärke von 5 bis 6 Bft vom freien Mittelmmer her und dementsprechend hoher Wellengang waren für ein klassisches Segelgerät wie das ILCA  zumindest für die Goldfleet-Segler, problemlos bewältigbar. Sicherlich nicht für das eher überzüchtete 49er-Skiff und schon gar nicht für den mit Foils ausgestatteten Nacra 17. Die müssen dann einfach an Land noch auf mildere Bedingungen warten. Unverständlich blieb, warum das Race-Committee mit dem ersten ILCA-Goldfleet-Start längere Zeit gezögert hatte. So kamen trotz exzellenten Bedingungen doch nur zwei von drei geplanten Wettfahrten zustande.

Philipp erkämpfte sich die Platzierungen 6 und 7 – im Goldfleet sehr gute Ergebnisse. Auch aufgrund der Konstanz. Das reichte ihm zum viertbesten Tagesergebnis und einem Sprung in der vorläufigen Gesamtwertung von Platz 13 auf die 5.
 
Am vierten Tag – bei guten aber etwas gemäßigteren kräftigen Winden – legt der Sonthofer über drei sehr anstrengende Rennen noch eine Schippe drauf.  Er erreicht das Ziel als 7., dann als 4. und zum hervorragenden Tagesabschluss noch als klarer Sieger. Damit sorgt er für die drittbeste Punktzahl des Tages. Nur die bis dahin Führenden, der Australier Matt Wearn (1.) und Brite Michael Beckett (2.) kamen im Tagesmittel vor Philipp zu liegen. Er verbessert sich schließlich um eine Position in der vorläufigen Bilanz und rückt mit nurmehr 6 Punkten Differenz unmittelbar an die Fersen des Engländers Elliot Hanson (3.).  
 
Fünfter Tag, womit nun nach zwei noch offenen Wettfahrten für alle Segler die Gesamtqualifikation (Preliminary- (P-) plus Elimination- (E-) Serie) für die Ausscheidung bezüglich des morgigen Finals endet. Viele aus dem vorderen Teil der Goldgruppe setzen nochmals alles auf eine Karte, um das Finale-Ticket in letzter Konsequenz vielleicht noch zu ergattern. Oder ggf. auch, eine gute Position innerhalb der besten Zehn möglichst noch zu verbessern oder zumindest beizubehalten.

Für Philipp beginnt es gut. Er belegt Platz 5 und schlägt seinen Hauptkonkurrenten Hanson (10.). Doch der zurzeit nicht mehr unter dem DSV-Support segelnde bleibt auf Platz 4 gesamt. Denn der Brite kann sein Ergebnis zunächst streichen.

Im nun letzten Fleetrace ging es heiß und hart zur Sache. Zunächst – und das wie generell - um den so sehr bedeutsamen punktgenauen, optimalen Start. Je mehr ein Segler danach trachten, desto höher steigt simultan sein Frühstart- und somit Disqualifikations-Risiko.  

Unter maximal verschärfter Frühstart-Strafe (Black Flag) erwischt die Wettfahrtleiter unter mehreren anderen Seglern auch den führende Wearn und Philipps temporären Hauptgegner Hanson als voreilige Starter. Folge: BFD (Black Flag Disqualification bzw. schmerzliche + 46 Punkte aufs Konto).

Philipp startet in dieser hoch angespannten Situation vorsichtshalber etwas defensiver, was letztlich aber zu keinem berauschenden Ergebnis führt, (39.). Schließlich geht Philipp als Vierter ins Finale. Hanson weiterhin vor ihm, mit 8 Punkten Vorsprung. Philipps Problem war sein nicht besonders guter 13. Platz aus der Vorrunde, den er wegen seines 39. (wurde jetzt neuer Streicher, statt dem bisherigen 13. der Vorrunde) nun auf sein Netto-Punktekonto addiert bekam.    
 
Medal Race 3Am finalen sechsten Tag war für Philipp der Aufstieg zum untersten Podestplatz durchaus noch realistisch. Allerdings, nur mit etwas Glück und andererseits etwas Pech für Hanson war es zu schaffen. Philipp müsste über die beiden Finalraces immerhin mindestens um 8 Positionen besser sein. Er hat den Briten über die letzten vier Rennen zwar jeweils auf die Plätze verweisen. Aber die Medalraces unter nur zehn Konkurrenten vollziehen sich in einem deutlich anderen Modus. Nämlich aus einem komplexen und variierenden Mix aus Strategie und Gegnertaktik bezüglich Angriff plus simultanem Verteidigen: So gut dies überhaupt optimierbar ist.

Für Philipp lief es nicht gut; konnte seine Stärken nicht wirklich ausspielen: Schlussendlich nur 8. und 6. Platz. Somit blieb ihm nach Mallorca erneut der undankbare 4. Platz. Die Medaillen holten sich – wie auch auf Mallorca – Wearn vor Beckett und Hanson.

G r a t u l a t i o n den Medaillisten, und auch
allen Top Ten-Platzierten!
 
Lob und auch Kritik gab es für das neue Wertungsformat speziell auch zum Finale.
Dazu etwa Philipp sinngemäß:
Positiv: Zwei Medalraces sind besser und entsprechen mehr einer realen Bewertung als ein einziges mit doppelter Gewichtung (wie bisher).
Leider aber auch ein Negativum. Und man fragt sich, warum nur! Die Races sind jetzt nämlich etwa um ein Viertel gekürzt. Was sich besonders bei den definitiv zu kurzen Kreuzen und insbesondere Startkreuzen schlecht auswirkt. Das Gesamtpaket des seglerischen Könnens kann sich in diesen zu knappen Kursphasen nicht gebührend entfalten. Stattdessen jedoch deutlich mehr / zu sehr die Zufallsereignisse. Es kann doch im Interesse von erheblich mehr Performance Qualification auf ein paar Minuten mehr Racedauer nicht ankommen!
  
Nun mit Verlauf noch ein paar kommentierende Worte:
Philipp, der seitens des Deutschen Seglerverbandes mit Verweis auf Ergebnisse (zumindest vorerst) leider nicht mehr den sehr wichtigen Support des Verbandes bekommt, lieferte nun zweimal hintereinander ein objektiv sehr gutes und zudem klar besseres Ergebnis (zweimal unmittelbar am Podium) als seine verbandgestützten Kaderkollegen ab. Vor ihnen schaffte es keiner in die Top Ten-Gruppe. Dies ist kein Vorwurf an diese Segler, denn das Unterschreiten dieser magischen Marke ist bei einer so hochrangigen Besetzung schwer genug.
Ob das den obersten Verbands-Verantwortlichen wirklich bewusst ist? Vermutlich so wenig wie der Irrsinn, sich bei Kritik und Verbesserungsvorschlägen gegenüber seinem früheren Trainer taub zu stellen und dafür lieber im Interesse der Ruhe im Haus das beste Pferd im Stall auf sich alleinzustellen (hinauszutreiben).
 
*********************************
Tägliche Ergebnisse im Überblick:
- nach 2 P-Races bzw. 1. Tag  (P-WF = Qualifying-WF [ WF := Wettfahrt ] )
       (P := Preliminary: Vorrunde, mit durchgetauschten Fleets)
- nach 4 P-Races + 2 E-Race bzw. 3. Tag  (E-WF = Ausscheidungs-WF)
      (E := Elimination: Ausscheidung, in zugeordneten Fleets bzw. Aussch. für späteres Finale)
      (F := Finale, F1 + F2: Abschluss, nur beste 10 Segler)
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Weitere Links:
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Nächste Regatta:
Senior European Championship &   Open European Trophy
Kastela, Kroatien, So., 17.05. / Fr., 22.05.2026

 

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