Philipp Buhl verpasst WM-Medaille
(Adelaide, Australien, 26./31.01.2024 -- Text: Friedl Buhl, Bilder ©: (siehe Bildangaben)
Es war nun seine dritte WM auf dem Indischen Ozean im Süden Australiens: 2015 in Perth, 2020 vor Melbourne und nun zwischen diesen beiden Metropolen, im Golf Saint Vincent vor South Australias Hauptstadt Adelaide. Im Jahr 2020 krönte Philipp Buhl in Melbourne seine Karriere mit dem Weltmeistertitel. 2015 hatte er in Perth aber auch einen bitteren Rückschlag einstecken müssen: verpasste Olympia-Qualifikation für London / Weymouth. Auch die aktuelle WM stellt wieder ein Qualifikations-Kriterium für die im Sommer bevorstehenden Olympischen Spiele in Paris / Marseilles dar.
Philipp kehrte zwar ohne das vollkommene Happy End aus Australien heim, aber dennoch mit sehr gutem Gefühl. Der vielzitierte „undankbare 4. Platz“ und damit auch das knapp verpasste vierte WM-Edelmetall, lösten in ihm keine Trauerstimmung aus. „Ich bin zufrieden. Vierter ist ja ein sehr gutes Resultat. Und eine deutliche Steigerung zum 12. Platz bei der letzten WM.“, sagte Philipp. Und weiter: „Habe auch einen großen Schritt in Richtung der Olympia-Selektion gemacht.“
Die Regatta begann für Philipp, wie man es sich besser eigentlich nicht wünschen kann. Es gelang ihm zunächst ein 3. Platz. Und beachtlich ist, dass er in dieser Wettfahrt wegen eines nicht optimalen Starts auch noch über zehn Boote eingeholt hat.
Zur Perfektionierung des Tages segelte er anschließend zu einem Wettfahrtsieg. Der Drittplatzierte bei der
Australischen Meisterschaft zwei Wochen davor auf demselben Revier erzielte damit die drittbeste Tagespunktzahl unter all den 152 Teilnehmern aus 52 Nationen.
Auch der zweite Qualifying-Tag verlief für den Sonthofer einwandfrei. Zwei 5. Plätze. Sie bescherten ihm Platz 3 in der Zwischenbilanz.
Der dritte Tag sollte es in sich haben. Jedoch leider in negativer Hinsicht. Zunächst Elfter. Was durchaus noch im grünen Bereich lag. Doch anschließend ein hoch belastender 38. Rang. Ursache: Bootsberührung im dichten Gedränge vor der ersten Luvmarke und folglich ein notwendiges und verlustreiches Entlastungsmanöver durch Weghalsten plus zwei 360°-Kringeln und erneutes Ansegeln der Bahnmarke.
Philipp qualifizierte sich nun als Siebter für die Goldflotte. Sein derzeitiger Rivale um das national einzige Olympiaticket, Teamkollege Nik Aaron Willim, als Zwölfter. Die Führungsplätze belegten Matt Wearn (Australien) vor Michael Beckett (England) und Hermann Tomasgaard (Norwegen).
Beginn der Finale-Serie bzw.
des Gold-, Silber- und Bronze-Fleets
Ab jetzt (4. Tag) ging’s mit naturgemäß mehr als doppelter Konkurrenzdichte zur Sache. So konnte Philipp zwar seine 7. Position behaupten und den Punkterückstand zum Podest auch verringern. Jedoch seine Einzelresultate (10. und 9.) waren für einen rasanteren Anschluss an die unveränderte Führungsriege nicht mächtig genug. Der führende Wearn hatte zwar auch ein zweistelliges Resultat (11. Platz) einstecken müssen, was er aber als sein bisher schlechtestes Ergebnis streichen konnte.
Nun stand der fünfte Tag mit den letzten zwei Rennen in der vollständigen Goldfleet-Flotte an. Philipp musste nun alles bestens gelingen, wenn es dann im Medalrace am nächsten Tag wenigstens noch eine kleine Chance auf einen Podiumsplatz geben sollte. Andererseits lauerte auch die Gefahr, aus den Top Ten zu fliegen und fürs Finale nur Zuschauer sein zu dürfen. Das wäre für den Oberallgäuer mit seinen stets hohen Erwartungen eine bittere Pille.
Philipp wurde den Anforderungen und Erwartungen absolut überzeugend gerecht. Ein zunächst 6. Platz und zum Schluss noch ein Wettfahrtsieg oben drauf (siehe dazu Titelbild). Damit erzielte er das zweitbeste Tagesergebnis und springt von Platz 7 auf die 4 der Zwischenbilanz. Trotzdem reichte es ihm theoretisch, bzw. bei optimal günstigen Verlauf im Medalrace, um 2 Punkte nicht mehr für einem Podestplatz im Endergebnis.
Im Medalrace ging es Philipp also hauptsächlich um die Verteidigung des 4. Platzes in der Endwertung. Dies gelang dem Segler vom Segelclub Alpsee-Immenstadt (SCAI). Er beendet damit die letzte WM vor den Olympischen Sommerspielen zwar ohne Edelmetall, mit dem undankbaren Platz. Aber dennoch mit einem sehr guten und zufriedenstellenden Ergebnis.
Der bisher amtierende und jetzt neue Weltmeister ist Matt Wearn (Australien) vor Hermann Tomasgaard (2., Norwegen), Michael Beckett (3., England) und Philipp Buhl (4., Deutschland).
G r a t u l a t i o n den Medaillisten,
aber auch den weiteren zehn Bestplatzierten
Weitere Platzierungen: Thomas Saunders (5., Neuseeland), Pavlos Kontides (6., Cypern), Jean-Baptiste Bernaz (7., Frankreich), Filip Jurišic (8., Kroatien), Finn Lynch (9., Irland), Luke Elliott (10., Australien), ... Nik Aaron Willim (14., Deutschland).
Weitere Platzierungen der deutschen Teilnehmer (platzierten sich alle im Silberfleet): Nico Naujock (54.), ... Julian Hoffmann (58.), ... Justin Barth (67.), ... Tim-Felipe Conradi (68.), Philipp Walkenbach (76.).
Parallel zur Bestätigung Philipps guten Leistungsform, die sich neben dem WM-Vierten auch im 2. Platz in Vilamoura (Portugal, Dez. 2023) und der Bronzemedaille bei der Australischen Meisterschaft (Adelaide, Jan. 2024) ausdrückt, ist mit dem erfolgreichen Abschneiden bei der WM auch der erfolgreiche Fortschritt im Qualifikations-Prozedere für das Olympia-Ticket sehr zufriedenstellend und erfreulich. Der Oberallgäuer hat aktuell gegenüber seinem Olympia-Rivalen Nik (Kiel) einen stattlichen Vorsprung von (29 – 12 =) 17 Punkten. Noch ist nichts endgültig entschieden, da die Selektionsprozedur noch nicht abgeschlossen ist.
Endergebnisse nach 6 Q-Races + 4 F-Races + Medalrace
Ergebnisse ...
- (keine sep. Ergebnisliste nach 2. Tag)
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