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Laser   World Championship , Nuevo Vallarta, Pazific / (Mexiko), 12. / 18. Mai 2016
 
 
                                   News in Kürze:   (Archiv: Frühere News von 2015,
Philipp Buhl im ZDF-MITTAGSMAGAZIN Video abspielen

 

Nuevo Vallarta, 19.05.2016

Laser World Championship, Mi., 7. Tag, nach 14 WF

Es ist vorbei. Buhl jetzt ehemaliger Vize-Weltmeister
Trotzdem das allermeiste meisterhaft gemacht :-)
Danke für die vielen und enorm spannenden Momente

Ohne Happy End gingen für Philipp Buhl die WM-Wettkämpfe zu Ende. Es hieß nun, Abschied nehmen vom Status des amtierenden Vize-Weltmeisters und seiner Zielsetzung, eine dritte WM-Medaille in seine Sammlung einzustellen.

In der ersten Wettfahrt des Finaltages kämpfte sich Buhl mit einem soliden neunten Rang nochmals nach vorne auf Schlagdistanz um die Medaillenränge. Von Position sechs der Gesamtwertung verbesserte er sich auf den vierten Rang mit 14 Punkten Rückstand zu Kontides (Cypern), der vorläufig den Bronzeplatz besetzte. Die drittrangige Medaille war für Buhl noch realistisch, wenn er in der noch ausstehenden letzten Wettfahrt das Ziel unter den ersten Drei erreicht: eine extreme Anforderung.

Buhl wollte offensichtlich alles auf seine letzte Karte setzen, nachdem für ihn in der finalen Wettfahrt das nötige Ergebnis nicht mehr erreichbar schien. Er entschied sich auf der Kreuz, konträr zu seinen Kontrahenten, für die linke Seite. Diese Strategie führte aufgrund der täglichen Zeitverschiebung der Tidenströmungen im Verlaufe der zweiten Regattahälfte immer öfter zum Erfolg. Das Zeitfenster war nach allen Erfahrungen jetzt durchaus günstig. Aber es blieb eine Portion Ungewissheit bei der Einschätzung, weil die Meeresströmungen während der einlaufenden Flutwelle ungewöhnlich stark turbulent waren und wenig Regelverhalten zeigten.

Buhls mutiger Risikoschritt und Rettungsversuch ging dieses Mal daneben. Wie sich im weiteren Verlauf zeigte, war doch die Gegenseite unter dem Einfluss der Windstromcharakteristik, Winddreher, Windstärkeverteilung und der Meeresströmungen für zumindest ein fünf- bis 15minütiges Zeitfenster die deutlich bessere. Niemand kann dies verlässlich vorhersehen. Es hätte durchaus anders kommen können.

Für seine letzte Aktion auf der Jagd nach einer Medaille erhielt Buhl die Quittung über einen 55. Rang. Für die Endwertung resultierte ein Rückfall von Rang vier auf acht. Buhl dazu: „Ob am Ende ein vierter, oder sonstiger Top Ten-Platz herauskommt, war mir nicht sehr wichtig. Mein erklärtes Ziel war eine Medaille. Deshalb durfte ich in letzter Konsequenz auch ein hohes Risiko nicht scheuen. Es sollte halt nicht sein.“

Dieser Eindruck ist nicht aus der Luft gegriffen, wenn man das spannende und nervenzehrende Auf und Ab des ehemaligen Vize-Weltmeister im Verlaufe der 14 Wettfahrten in 7 Tagen nonstop mit verfolgt hat. Unter seine deftigen Rückschläge fielen zumindest zwei mit den Merkmalen ungerecht, sinnlos und fremdverschuldet in die Kategorie „Sonderbelastung“ für Buhl. Dies schnell und ebenso nachwirkungsfrei wegzustecken, und bis zuletzt immer wieder an den Ball zu kommen, hat beeindruckend seine mentale wie seglerische Stärke bewiesen. Der „Verlierer“ hatte alles, um auch gewinnen zu können. Er mag und soll ruhig etwas traurig sein über sein verfehltes Ziel. Aber bitte Philipp: „Sei nicht enttäuscht, nicht über Dich. Dies wäre objektiv fehlplatziert.“

Der neue Weltmeister ist der Titelverteidiger, der Brite Nick Thompson. Gratulation!. Der Silbermedaillengewinner, der Franzose Jean-Baptiste Bernaz, der seit vielen Jahren einem großen internationalen Erfolg hinterher segelt, wird sich unendlich und verdient freuen. Die Bronzene ging nach Australien, an Matthew Wearn. Er ist aber nicht der australische Olympiateilnehmer. Dem mehrfachen früheren Weltmeister Robert Scheidt (Brasilien) wurde auch die schwer zu beherrschenden Bedingungen des letzten Wettkamptages zum Verhängnis. Vor dem Finaltag noch vor Buhl (5.), in der Endwertung Zehnter. Sehr bitter erging es dem Olympia-Silbermedaillist Pavlos Kontides (Cypern). Am Vortag Tag noch auf der aussichtsreichen dritten Position, flog er im schier freien Fall auf den 16. Platz der Schlusswertung zurück.

Webseite Veranstalter

Videoclip zur Laser_WM

 

Nuevo Vallarta, 16.05.2016

Laser World Championship, Di., 6. Tag, nach 12 WF

Dramatik nicht zu überbieten!
Buhl mit Nerven aus Stahl im endlosen Up and Down

Gestern: Nach dem Niederschlagresultat (38.) flammte in der Folgewettfahrt mit einem zweiten Platz die Hoffnung wieder voll auf. Nun sollte hoffentlich nichts mehr schief laufen.

Doch es kam heute anderes. In der ersten Wettfahrt zaubert der Vize-Weltmeister einen dritten Platz. Man darf wohl von zaubern reden, denn nach der Startkreuz rundet er „nur" an 15. Stelle. Da gibt es ganz vorne meist nichts mehr zu holen. Aber es gelingt ihm das schier Unmögliche dennoch. Auf den weiteren Kursabschnitten überholt Angreifer Buhl nicht weniger als zwölf seiner Konkurrenten. Ein vermeintlich richtiger, aber doch sehr gewagter strategischer Plan ging insbesondere auf der zweiten Kreuz auf, indem sich Buhl für die linke Seite entscheidet. Die meisten segelten nach rechts. Rechts war bisher fast immer die bessere Seite – fast immer. Buhl frischte seinen früheren Spitznamen, „Mr. Other-Side“, wieder einmal eindrucksvoll auf.

Buhl ist nun in Reichnähe zu den Medaillen. Aber – als ob für ihn ein eigenes Gesetz gelten sollte – so sollte es nicht bleiben. In der zweiten Wettfahrt kollidiert er im Gefechtseifer mit der Luvmarke. Der Pechvogel muss erstmal zurückdriften, dann kringeln, und schließlich zum erneuten und korrekten Bojenrunden in die lückenarme anpreschende Booteschlange gekonnt wieder einfädeln. Er erzählte: „Es ging wirklich chaotisch zu. Ein schneller Blick sagte mir, ich bin jetzt im letzten Fünftel.“ Jetzt nur nicht die Motivation und den Kampfgeist verlieren, mögen seine ersten Gedanken wohl gewesen sein. Sein zweiter vermutlich, Vorsicht wegen der Geschichte der zwei gelben Flaggen und der Jury. Beides zusammen ergab offensichtlich einen wirksamen Mix im Kampf nach vorne. Buhl kreuzte Ziel als 25. – ein super Aufholergebnis, aber dennoch ein Ergebnis, das den Vormarsch stagnieren lässt.

In der Zwischenwertung trippelt der Sonthofner zwar um eine Position auf Rang sechs vor, aber bis zu den Medaillenrängen ist der Abstand um einen Zähler größer geworden (11 Punkte). Es führt weiterhin der Engländer Thompson vor BernCypern verdrängte die Laser-Legende Robert Scheidt (Brasilien) vom Bronzemedaillenrang.

Videoclip zur Laser_WM

 

Nuevo Vallarta, 17.05.2016

Laser World Championship, Mo., 5. Tag, nach 10 WF

Desaster- plus Topergebnis,
und Buhl öffnet wieder das Tor nach vorne

Welch ein Tag, welch ein Gefühlsmix für einen Athleten, der unzweifelhaft das Zeug für einen Aufstieg bis in die aller obersten Positionen hat, mehrfach infolge unglücklicher Missgeschick wieder ein Stück hinuntergerissen wird und zu allem Überfluss gleich im ersten Goldflottenrace ein niederschmetterndes Ergebnis zu verbuchen hat. Ein 38. Rang befördert Philipp Buhl jäh von Rang neun auf dreizehn zurück. Ab der nächsten Wettfahrt kann dieses Ergebnis zwar gestrichen werden, aber auf dem Bruttokonto bleibt ihm die Belastung. Er darf sich dann keinen weiteren Patzer mehr erlauben, denn aus den sechs Bewerben der Finalserie kann nur einer gestrichen werden. Damit steigt die mentale Belastung für den zweifachen WM-Medaillengewinners noch mehr, nachdem seit der dritten Wettfahrt das Damoklesschwert wegen des zweiten Jury-Penalty (insgesamt x Gelbe Flagge, davon eine hochgradig sinnlos und ungerecht) über ihm schwebt. Eine dritte Yellow Flag würde für ihn eine erneute, aber dieses Mal nicht streichbare und somit verschärfte Disqualifikation zur Folge haben. Buhl muss also im grenzwertigen Agieren etwas vorsichtiger sein.

Was den 38. Platz bewirkte, bleibt etwas im Dunkeln. Buhl berichtet: „Es hat zunächst alles sehr gut funktioniert. Start war gut, Speed war gut. Alles hat richtig gut ausgesehen.“ Doch gegen Ende der Startkreuz kosten ihm an seiner Kursposition ungewöhnliche negative Einflüsse aus Winddreher und wahrscheinlich auch starken Strömungen „… dieses mal schier unendlich viel“, so Buhl, und weiter: „Mit Aufholen war nicht mehr viel möglich.“ Ein schwerer Dämpfer steht damit. Ähnlich erging es auffällig vielen Seglern der ersten Golfleethälfte.

Jetzt waren starke Nerven und eine stabile mentale Ausstattung gefragt. Und dies beweist er. Der erneut und soeben Geschädigte fasst sich beeindruckend schnell und segelt eine perfekte Folgewettfahrt. Im Luv rundet er als Erster. Auf dem ersten Vorwindkurs muss er die Führung an seinen nächsten Verfolger, den Zyprioten Pavlos Kontides abgeben. Buhl erklärt dies so: „Ich musste einfach etwas ruhiger fahren. Unter Vorwind ist die Gefahr einfach am größen, dass Du eine Gelbe Flagge kassierst.“

Im Ziel konnte sich der Sonthofner über sein Come Back-Ergebnis glücklich fühlen. Er springt in der Gesamtrangliste mit einem Riesenschritt auf Rang sieben vor.
Es führen Thompson (England) vor Bernaz (Frankreich), Scheidt (Brasilien), Wearn (Australien), Kontides und Burton (Australien). Der Brasilianer, momentan auf Bronzeposition, liegt nicht mehr als zehn Punkte vor dem Deutschen.

 

Nuevo Vallarta, 16.05.2016

Laser World Championship, So., 4. Tag, nach 8 WF

Hürden, die Spiel und Erfolg verderben,
nicht aber Buhls Motivation und Kampfgeist

Gestern erlebte er seinen ersten echten Erfolgstag, nachdem zuvor sein Verteidigungskampf um den WM-Medaillenstatus immer wieder von Pechsträhnen durchzogen war. Trotzdem hielt sich Vize-Weltmeister Philipp Buhl permanent unter den Top Ten. Gestern noch auf Platz sechs overall, muss er erneut mäßige Rückschläge verkraften.

In der ersten Wettfahrt gelang ihm der Start nicht optimal. Dieser ist auf dem mexikanischen Revier ganz besonders wichtig, weil ein Art strategisch bedingter Run, ein gnadenloses Speedrennen zur meist bevorzugten Seite stattfindet. Damit preschen Startrisiko und der Traum nach freier Fahrt an der Frontline hart aufeinander. Ein Sekundenbruchteil oder vielleicht 1 Vorsichtmeter zum Startsignal zu spät, und das war’s dann auch schon für Buhl: 25. am Ende der üppig langen Startkreuz. Das Rennen ist faktisch verspielt. Der Sonthofner schafft es dennoch, den Schaden auf ein faszinierendes Maß zu begrenzen. Mit seinem zehnten Rang im Ziel war er gemäß der Umstände mehr als zufrieden. Nicht erfreulich war natürlich ein kleiner Rückschritt in der Gesamtwertung, wo er doch entschlossen weiter nach vorne will.

Buhl setzt nun für die zweite Wettfahrt alles auf eine Karte. Doch dazu will es dieses Mal das Schicksal nicht kommen lassen. 20 Sekunden noch bis die virtuelle Startlinie öffnet. Verdamm, was spielt sich in Buhls Lee ab. Ein türkisches Boot, das in der zweiten Reihe eilig noch nach einer Startlücke sucht, fädelt in Buhls Großschot ein und erhetter sich. Das war’s erneut. Dieses Mal, wie bereits am zweiten Tag, komplett fremdverschuldet. Der Start war versaubeutelt und mit keinen Mittel wieder gut zu machen. Alle waren weg, der Geschädigte eilt mehr oder weniger hoffnungslos hinterher. Statt das Register eines risikobeladenen Angriffsszenario zu ziehen, muss der Allgäuer den worst case-Schadensbegrenzungspfad einschlagen, um bestmöglich aus dem eingebrockten Schlamassel heraus zu kommen. Dies gelingt den Umständen gemäß wirklich hervorragend. Wieder macht er aus einer voll geschädigten Ausgangsposition einen noch brauchbaren elften Platz.

Beide heutigen Platzierungen sind zwar kein Desaster, jedoch führen sie den Mann mit seinen hohen Zielsetzungen wieder ein Stück vom Ziel weg. Er fällt auf den neunten Rang des Zwischenklassements zurück. Doch Buhl bleibt gelassen und hofft erneut auf wenigstens weniger unglückliche Umstände oder noch positiver: auf die berühmten Quäntchen Glück.

Ab jetzt geht es für die bessere Hälfte gesteigert zur Sache. Das Goldfleet ist formiert und leitet die Finalserie aus weiteren sechs Wettfahrten an noch drei Tagen ein. Ein Medalrace, wie bei Olympia und Weltcups, gibt es bei den Wertungsformaten bei EM und WM nicht.

Ergebnisse nach 4. Tag, 8 Wettfahrten (leider nicht präsent)

Webseite Veranstalter

Videoclip-Laser_WM

 

Nuevo Vallarta, 15.05.2016

Laser World Championship 2016

Er klettert wieder, ...
... und wie - der Vize-Weltmeister !

Einen sehr zufriedenstellenden Tag konnte Vize-Weltmeister Philipp Buhl heute verzeichnen. In der ersten Wettfahrt passiert er als Vierter das Ziel. Im Zwischenklassement erfährt er mit dieser guten Platzierung eine Verbesserung um zwei Positionen auf Rang sieben.

phibuh 100 3Die sehr zuverlässig auftretende schöne Seabreeze zwischen 7 bis 13 … 15 Knoten (2 bis 4 Beaufort) Stärke zeigt täglich weitgehende Ähnlichkeiten. Jedoch präsentiert sie sich dennoch mit unterschiedlich sympathischen Gesichtern. Die Segler müssen sehr genau hinsehen – schon im Vorfeld – und sich während des Wettkampfes gekonnt hineinfühlen, was der Wind mit Ihnen wohl nächstens vor hat. Philipp Buhl erklärte: „Heute zeigte sich die Windrichtung launisch. Das war sehr schwierig. Immer wieder schwankte der Wind länger zwischen 15 bis 25 °. Man kann das Verhalten nur bedingt und nie sicher voraussehen. Dies wäre aber strategisch sehr wichtig.“

Der Allgäuer beweist einen guten Riecher für diese Situation. Nach einem gelungenen Start, erreicht er die „ewig lange Startkreuz“ (Zitat Buhl) knapp als Erster. Im Weiteren verläuft alles gut. Er belegt am Ende den dritten Rang und lieferte damit eine top Tagesleistung ab.

Damit rückt Buhl in der Overall-Wertung nach sechs Wettfahrten nochmals um eine Stufe nach vorne auf den sechsten Platz. In der Führungsgruppe ergaben sich diverse Verschiebungen. Titelverteidiger Nick Thompson verdrängt den Kroaten Tonci Stipanovic aus der Führung auf Rang drei. Jean-Baptiste Bernaz (Frankreich) sichert sich die zweite Position. Matthew Wearn (4., Austarlien) und Robert Scheidt (5., Brasilien) können ihre Ränge verteidigen, müssen aber dennoch aufgrund bescheidener Platzierungen (11. bzw. 8. In der zweiten Tageswettfahrt) etwas Federn lassen. Buhl ist den beiden mit sehr schlagkräftiger Tagesleistung nun nahe an die Fersen gerückt.

Ergebnisse nach 3. Tag, 6 Wettfahrten

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Nuevo Vallarta, 14.05.2016

Laser World Championship 2016

Unterschiede: Kletterer - Segler?
Mentale Stärke hilft Philipp Buhl

Wollte man den Kletterer mit einem Segler nach zwei markanten Unterschieden vergleichen, stellte man fest: Der Kletter muss erst ein Stück nach oben, um überhaupt abstürzen zu können. Im Fehlerfall fängt ihn das Sicherungsseil und es sollte im Normalfall erneut die paar Absturzmeter nach oben und schließlich wieder weitergehen.

Der Segler kann durch eine Disqualifikation abstürzen, bevor die eigentliche Wettfahrtaktion beginnt. Er hat kein helfendes Sicherungsseil. Nur seine mentale Ausstattung steht ihm jetzt noch zur Seite, um (mehr oder weniger gut) wegzustecken und neu aufzuholen, was ihn nach unten gerissen hat.

Einen solchen Absturz musste Philipp Buhl in der ersten Tageswettfahrt erfahren und mühsam verdauen. Mühsam verdauen vor allem, weil den Absturz ein lockerer Haken verursachte – allerdings nicht bei ihm. Die Jury hat ihn während der dampfend heißen Startphase, ca. 30 Sekunden vor dem Schuss, geflaggt. Buhl war disqualifiziert. Im privaten Gedankenaustausch machte er deutlich, dass er in seinem ganzen Seglerleben noch nie eine solch extrem unrichtige Juryentscheidung erlebt habe. „ Von all den Gelben Flaggen, die ich in meinem Leben bekommen habe, war diese mit Abstand die unnötigste und mit Abstand die ungerechtfertigste.“ Warum? Ein gegenerisches Boot, das zuvor geflaggt wurde, musste rückwärts aus dem Startpulk herausdriften, blieb dabei an Buhls Mast hängen (nebenbei Regelverletzung seitens des Kanadiers). Buhl musste sich natürlich zu befreien versuchen, um ein totales und weiter übergreifendes Chaos zu vermeiden, wriggte somit auch mit dem Ruder, allerdings voll im erlaubten Bereich (nämlich zum Zwecke des Abfallen des Bootes) und wurde dafür bestraft. Es ist unglaublich, … Am Start verhalte er sich, so Buhl, immer streng im legalen Bereich, und er sei auch bei all den Hunderten von internationalen Wettfahrten (außer einmal bei einer deutschen Meisterschaft) noch nie aufgrund seines Startverhaltens von der Jury mit einem Penalty belegt worden. Sicher kein Beweis, aber doch ein sehr eindrucksvoll untermauernder Hinweis, auf korrektes Verhalten.

Buhl war also für die dritte Wettfahrt zum Ärger über eine gediegene Fehlentscheidung und zum Warten auf den Beginn der zweiten Wettfahrt verdammt. In dieser innerlich turbulenten Phase kommt das „Sicherungsseil“ zum tragen, das der Segler aber nicht hat. Er muss jetzt in erster Linie ganz alleine sich fangen und mit seiner Schadenssituation klar kommen. Mentale Stärke und Erfahrung in worst case Situationen kann ihm nun entscheidend helfen. Ansonsten droht Absturz in größere / große Tiefen. Buhl wurde zunächst vom sechsten Rang jäh auf den über 40. hinuntergerissen.

Bis zum Start in der Folgewettfahrt, nach ca. 1,5 Stunden, hat Buhl offensichtlich sein Inneres auf Ausgeglichenheit und seine Konzentration auf das nun Wichtigste frisch eingetrimmt. Er ersegelt einen hervorragenden 3. Rang. Und er verweist damit die bis dahin führende Gruppe auf die Plätze. Im Zwischenklassenment kopft er wieder an der Tür der Top Ten, landet auf Platz neun. Over all führen Tonci Stipanovic (Kroatien) vor Nick Thompson (England) und Jean-Baptiste Bernaz (Frankreich).

Ergebnisse nach 2. Tag, 4 Wettfahrten

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Videoclip-Laser_WM

 

Nuevo Vallarta, 13.05.2016

Laser World Championship 2016

Solider Anfang mit tollen Momenten

Das erste Rennen beendet er als Dritter, obwohl er die erste Luvmarke „nur“ als etwa Zehnter rundete. Das Ziel zählt ihn im zweiten Race als Zwölften, trotz Führung am Ende der Startkreuz. Welch eigenartige und interessante Gegensätzlichkeiten.

„Es wäre viel, viel mehr drin gewesen“, urteilte Philipp Buhl mit Blick vor allem auf die zweite Wettfahrt. Die Führung büßte er nach der Startkreuz wegen einer Strafentlastung (720°-Kringel) ein. Buhl musste über zehn Boote an sich vorbeiziehen lassen. Solche Vorgänge kommen im Booteknäuel besonders während der ersten Luvmarken-Passage, wo es oftmals heiß hergeht, einfach vor. „Was mich aber sehr ärgert, ist die gelbe Flagge auf dem Vorwindkurs.“, äußerte Buhl. Das kostete ihm erneut Positionen, die er bis dahin schon wieder herausgekämpft hatte. Erneut also ein 720°-er und erneut ein Positionsrückschlag. Im Ziel dann trotz 1440° Drehungen, was vier Wenden und vier Halsen an Ort und Stelle entspricht, noch ein zwölfter Rang. Das ist einerseits super und vermittelt Vielversprechendes für den Fall, wenn Wettfahrten wieder auf dem direkten Weg ablaufen.

Während seiner Seglerzeit hatte Buhl wie vergleichbare Athleten auch wohl mehrere Jury-Strafen hinzunehmen. Manchmal ärgerte er sich darüber und manchmal auch sehr. Dann schien das ein Zeichen dafür zu sein, dass die Strafen aus seiner Sicht sehr grenzwertig oder vielleicht auch zu unrecht gegeben wurden. Berufssegler auf diesem Level können sehr sicher einschätzen, was erlaubt ist und was nicht. Bei einzelnen Juryleuten gibt es in dieser Hinsicht nicht ganz selten auch größere Zweifel. Ob das hier zutraf, …? Letztlich egal wie.

Fakt ist, der siebte Platz des Sonthofners im Gesamtfeld von zwei groß dimensionierten Laser-Flotten passt, ist auch bei hohen Ambitionen noch voll im grünen Bereich. Die innere Kampfeinstellung stimmt. Alle weiteren leitungsbestimmenden Komponenten lassen keine Wünsche offen.

Ergebnisse nach 1. Tag, 2 Wettfahrten

 

Nuevo Vallarta, 12.05.2016

Laser World Championship 2016

Am heutigen Donnerstag, 12.05.16, um 13 Uhr lokaler Zeit (nach unserer Zeit [MEZ] um 20 Uhr wird an der pazifischen Westküste vor Mexiko das erste Vorbereitungssignal für die Laser-Weltmeisterschaft ertönen. Deutschland, oder etwas detaillierte gesagt, das Allgäu ist mit zwei bzw. einem Athleten beim nunmehr bedeutsamsten Event vor den Olympischen Spielen vertreten: Philipp Buhl mit seinem Nationalmannschaft-Trainingspartner Theodor Bauer.

Mit Philipp Buhl ist kein geringes Kaliber am Start. Der vor rund zehn Tagen frisch gekrönte Weltcupgewinner von Hyeres trägt den Status des Vize-Weltmeisters. Man muss keine besondere Phantasie aufbringen, und doppelt nicht, wenn man den Sonthofner kennt, um seine Zielsetzung zu erahnen. Für ihn wird es ganz sicher auch ein bedeutsamer Test, wenn er nochmals mit der geballten Weltelite bei einem Wettkampf dieser Kategorie zusammentrifft.

Am Start sind 114 Athleten. Gesegelt werden nicht weniger als 14 Wettfahrten in sieben Tagen.

Kurze Tagesberichte mit Ergebnissen lesen sie hier auf dieser Webseite von Philipp Buhl

 

Hyeres, 01.05.2016

ISAF Sailing World Cup, 5. Tag (Finale)

Geschafft: Philipp Buhl gewinnt Weltcup-Gold in Hyeres !

                        Herzliche Gratulation !

Was für ein Rennen, für ein Ausklang und Happy End!

Der Wind- und Wettergott hat es für den Weltcup-Ausklang in Hyeres halbwegs gut gemeint. Der starke, fast stürmische Nordwestwind hielt bis zu den ersten Rennen. Doch ab Mittag prallten in der Bucht von Hyeres zwei unterschiedliche Windsysteme unter Donner und Gewitterblitzen aufeinander, schwächten sich zusehends gegenseitig und ließen eine hochgradige Richtungsinstabilität erwarten. Die Laser-Finalisten kamen zuerst in die beginnende Umbruchphase und damit in den „Genuß“ sehr komplexer taktischer und strategischer Anforderungen. Aber auch die Wettfahrtleitung hatte zunächst mit mehreren abgebrochenen Startprozeduren zu kämpfen, bis sie die aufgeheizten und trotzdem im kräftigen Wind und beginnenden Regen eher frierenden zehn Laser- „Rennpferde“ zum Endkampf erfolgreich auf die Bahn schicken konnte. Windstärke zunächst fast 30 Knoten (6-7 Bft).

siegerehrung 3 erstplatzierte 3Für mindestens sechs Athleten standen die Tore zu den Medaillen noch offen, was den über 600 Vor-Ort-Zuschauern und tausenden Fans an den Internet- und TV-Geräten hohe Spannung bot.

Philipp Buhls gefährlichste Konkurrenten: Tom Burton, AUS (-5 Punkte ), Matthew Wearn, AUS (±0 P.), Sam Meech, NZL (+1 P.) und Nick Thompson, GBR (+7 P.) und Andy Maloney, (NZL (+9 P.).

Buhl segelt zunächst in die mittige Beobachterposition des sich nach links und rechts aufsplittenden Zehner-Feldes. Er liegt nach ca. drei Segelminuten an siebter Stelle, holt sich zum Ende des ersten Kursabschnittes (Startkreuz) noch Vorteile links seiner Konkurrenten und rundet die erste Bahnmarke als Fünfter. Meech führt vor Burton – er weiterhin auf Goldkurs. Doch dann gelingt es dem Allgäuer, auf dem Vorwindkurs kräftig auf die „Tube“ zu drücken. Er spürt offensichtlich etwas günstigere Bedingungen deutlich links vom Feld – geht damit auch mehr taktisches Risiko ein. Noch segelt er auf Silberkurs. Sein Windriecher täuscht ihn nicht. Der Bayer schließt auf, überholt und rundet im Leegate (zur Halbzeit) an zweiter Position. Nun hat er den Australier vom Goldpfad verdrängt. Seine Gefahr bleibt.

Und Buhl handelt cool. Mit dem immer mehr nachlassenden und nach rechts tendierenden Wind setzt er zusammen mit Meech und Maloney entschlossen auf die zu vorhin gegensätzlich rechte Seite. Burton und Co segeln dagegen links raus. Die drei Rechtsausreisser - Meech knapp vor Buhl – setzen sich vom Feld immer mehr ab. Buhl – zwar schon auf Overall-Goldposition – geht auch vor der zweiten Luvmarkenrundung gegen Meech in die Madelrace-Führung. Jetzt noch der Vorwind.

Buhl segelt bei nur mehr 6-8 Knoten Wind an der Feldspitze. Der Australier im gelben Trikot, Burton, ist mit über 150 m im Hintertreffen und faktisch besiegt. Doch Meech und Maloney sind nach Buhls Gold in Griffweite. Der Wind, im schieren Sturzflug von gut 6 nach nurmehr magerem 1 Beauffort, führte eine seltene Kapriole vor und ließ vor totalem Einschlafen bangen. Etwa 400 m noch zum Ziel. Maloney, weiter links segelnd, genießt einen Hauch mehr Hauch und zieht schleichend an Buhl vorbei. Der lässt den Neuseeländer unbeeindruckt ziehen. Der Deutsche muss sich auf den zweiten Neuseeländer Meech konzentrieren. Er ist zwischenzeitlich Gegner Nr. 1, und er sitzt ihm nicht ungefährlich im Nacken.

Doch der deutsche „Leitwolf“, wie die YACHT-Journalistin Pokorny im Vorjahr den Erfolgverwöhnten der Deutschen Segelnationalmannschaft bezeichnete, lässt nichts mehr anbrennen. Er passiert nach Neuseelands Maloney das Ziel und greift für Deutschland nach der erste Weltcup-Goldmedaille dieser Saison.

Vier Jahre ist es her, es war im olympischen Jahr 2012. Damals gewann der Allgäuer seinen ersten Weltcup und dies in Hyeres. Hyeres verbindet sich mit Buhl in einem Auf und Ab. Aber immer wieder scheint es jedoch zuzutreffen, was ein französischer Reporter im Jahr 2007 über den damaligen Jugendlichen, den Gewinner von Europacups und zweifach EM-Gold schrieb: „Buhl seems to be at home in Hyeres.“

Endergebnisse nach 5. Tag und 8 Wettfahrten + Medalrace

Link zum Live-Tracking:
2D-Live-Tracking  --  auch nachträglich   (vermutlich muss ein Addon im Internet-Browser nach Anweisung installiert werden - geht einfach und schnell)
 

Hyeres, 30.04.2016

ISAF Sailing World Cup, 4. Tag

Zurück in die MedaillenrängeIMG 8102 2
Bravo Philipp ! Spannender und besser kann man es nicht machen.

Mit einem Start-Zielsieg und keinem geringeren Endvorsprung als 30 Sekungen (ca. 150 m) trumpft der Allgäuer im siebten Race auf.

Bei Starkwind um 6 Beaufort geht es dann auch im anschließenden und letzten Fleetrace nochmals voll zur Sache, bei der seglerisches Können sowie die Athletik gleichermaßen gefragt waren. In diesem Zusammenhang ein Lob an den Wettfahrtleiter, den Rennbeginn in die Spätnachmittagsstunden zu verschieben, um stabile und faire sowie athletisch hoch anspruchsvolle Windbedingungen zu nutzen. Nicht ganz perfekt lief es für Buhl im Verlaufe der ersten Rennphase, der Startkreuz mit nahezu 2 km gegen Wind und Welle. Er rundet die Luv-Bahnmarke mit 23 Sekunden Verspätung bzw. an 9. Position gegenüber dem führenden Weltmeister Nick Thompson (England). Buhl weiß, ein zweiter Wettfahrtsieg ist jetzt wohl nicht mehr möglich, aber dafür eine spannende und am Schluss eventuell gute Aufholjagt. Der Vize-Weltmeister liefert einen überzeugenden Kampf ab. Sukzessiv zählen seine Positionen nach unten bis schließlich im Ziel die Vier für ihn feststeht. Der Estländer Karl-Martin Rammo gewinnt diesen Fight. Unter Anderen müssen sich der zunächst führende Thompson (im Ziel 6.) und der gesamt führende Australier Burton (14.) geschlagen geben.

Buhl schließt den letzten Fleetrace-Tag und vorletzten Wettkampftag nicht nur mit einem Einzelsieg, sondern auch mit der Tagesbestleistung ab – ebenso wie zum Auftakt dieser Weltcupserie. Er kämpfte sich damit in der Gesamtwertung vom fünften auf den silbernen Medaillenrang vor. Weiterhin führt im Zwischenklassement Burton mit dem nunmehr geschrumpften Vorsprung von fünf Punkten gegenüber Buhl. Den dritten Rang belegt Matthew Wearn (Australien) vor Sam Meech (Neuseeland), Thompson (England) und Andy Maloney (Neuseeland). Jeder dieser Führungsriege hat rein rechnerisch die Chance auf einen Medaillenrang, wenn er das Medalrace der besten Zehn am Sonntag entsprechend gut besteht. Es dürfte somit höchst spannende werden.

 Ergebnisse nach 4. Tag, 8 Wettfahrten (Ende der Fleetrace-Serie)

 

Hyeres, 29.04.2016

ISAF Sailing World Cup, 3. Tag

Abschied von der Führungsposition

Philipp Buhl kam heute absolut nicht in die richtigen Gänge. Seine erste Wettfahrt war aus der etwa vierten Position unweit der ersten Luvmarke  innerhalb einer Minuten komplett verspielt. Dies besorgte ein kräftiger Winddreher, dem die von rechts Ansegelnden hoffnungslos ausgeliefert waren. Einfach nur Pech! Philipp konnte  den resultierenden Platz 33 zwar als neues Streichergebnis wegbügeln, aber es bleibt eine hohe Belastung auf dem Bruttokonto.

Auch die zweite Wettfahrt bei etwas mehr und stabilerem Wind empfand Philipp sicherlich nicht als berauschend. Es reichte ihm nur auf Platz 15. Infolge dieser Ergebnisse rutschte er auf den fünften Platz zurück. In Führung liegen nun Tom Burton (Australien) vor Sam Meech (Neuseeland) und Matthew Wearn (Australien).

 

Ergebnisse nach 3. Tag und 6 Wettfahrten

Race-Tracking (nachträglich und live)

 

Hyeres, 28.04.2016

ISAF Sailing World Cup, 2. Tag

Gesamtführung erfolgreich verteidigt

Hinsichtlich Wind war den Seglern Gegensätzliches im Vergleich zum Vortag beschert. Satt Starkwind zunächst zu wenig und dann mit ca. 6 bis 8 Knoten (gut 2 Beaufort)  sehr spärlich.

Für Philipp Buhl wird es bei wenig Wind nicht leichter, aber keineswegs unmöglich, ganz vorne mitzumischen. Höchste Konzentration und Feinfühligkeit in allen kleinen Bewegungen mit den Wellen und viel Power bei den Wenden und Halsen sind ihm dann abverlangt, um den Leichtwindbeschaffenen Paroli bieten zu können. Der Allgäuer hat eben schon von Kind- und Jugendzeit an gelernt, auf den Binnenseen und teils größeren Pfützen mit Winden, die eigentlich keine Segelwinde sind, einfühlsam umzugehen und bestmöglich Speed heraus zu kitzeln. Wie eine bescheidene Handvoll Skirennläufer (die wahren Könner!), die schnelle Disziplinen und Slalom gleichermaßen beherrschen, zählt Philipp beim Segeln zu den besten Wind- und Wellen-Allroundern.

Bei Starkwind Platz sechs, anschließend Start-Ziel-Sieg und schließlich Tagesbestleistung: Das war seine Vortagsbilanz. Heute verbucht der amtierende Vizeweltmeister bei Leichtwind einen vierten Rang in der ersten Wettfahrt.

Dann im zweiten Race ein arger Stolperer. Und dies gleich zu Beginn, am Start. Mehrfach machte Philipp seinem Ärger über sich selbst Luft: „Es ist so ärgerlich. Ich habe einfach das Timing verpasst.“ Und dies offensichtlich ziemlich grob. Natürlich ein simpler und vermeidbarer Fehler, aber mit krasser Auswirkung. Das Rennen ist vor allem bei diesen dezenten Bedingungen gelaufen, wenn du ab Startsignal wie vom Klabautermann dem Rachen des lähmenden Feldes vorgehalten wirst. Dann bleibt dir nicht nur noch, was immer du versuchst, der permanent schädigende Abwind der Voransegelnden. Am Ende landet der Startnachzügler sogar noch auf dem 20. Platz – den Umständen entsprechend sogar ein guter Platz.

Das gelbe Trikot des Führung hat Philipp behalten. Auf den Folgerängen liegen im Zwischenklassement der zurzeit Weltranglistenführende, Tom Burton (2., Australien), der amtierende Weltmeister Nick Thompson (3., England) und der frühere Weltmeister Nicholas Heiner (4., Niederlande).

 
 

Hyeres, 27.04.2016

ISAF Sailing World Cup, 1. Tag

Super gemacht, Philipp!

Einen überzeugenden und starken Auftakt hat er vorgelegt. Mit einem sechsten Platz im ersten Rennen konnte er schon recht zufrieden sein. Schließlich besteht seit dem Vorjahr bei einigen Weltcup-Regatten eine Startplatzlimitierung auf nur mehr ein Fleet (früher drei Fleets). Es herrscht somit Goldfleet-Niveau vom ersten Tag an.

In der Folgewettfahrt kann Philip noch eine Schippe Kohlen auflegen. Er gewinnt, und er sichert sich damit auch die Tages-Bestleistung:

Nach der Rückschau und den Analysen des gelungenen Wettkampfgeschehens steht eine effektive Regeneration im Vordergrund. Denn über 20 Knoten (6 Beaufort) Windstärke ziehen an Muskeln, Gelenken, … auch bei gut trainierten Athleten nicht ganz spurlos vorbei.

 
 

Hyeres, 26.04.2016

ISAF Sailing World Cup

Nach der Europameisterschaft im Feb. / März standen für Philipp Buhl verschiedene Trainings und Vorbereitungen auf dem Programm: Auf dem Olympiarevier in Rio vor Ostern, dann am TOS in Kiel und in den letzten Tagen in Hyeres an der Cote d' Azur. Dort findet vom 27.04. bis 01.05.2016 die Weltcup-Regatta "Coupe du Monde VOILE" statt.

Dieses Event wurde im Mai 2015 vom DOSB als drittes und letztes Kriterium für die Olympiaqualifikation gesetzt. Doch Philipp tritt in Hyeres nicht dafür an. Er hatte die hohen Hürden der Olympia-Quali als erster der deutschen Nationalmannschafts-Segler bereits im Vorjahr mit den beiden Vize-Platzierungen bei der WM (Kingston) und EM (Aarhus) souverän in trockene Tücher gehüllt. Philipp kann daher den Weltcup in Frankreich ohne speziellen und extern gesetzten Erfolgsdruck angehen. Rein spaßhalber, nur um dabei zu sein, wird er allerdings nicht starten. Der Bayer wird sich seinen Druck um ein von ihm frei gesetztes Ziel selbst geben. Und dieses wird sicher nicht gering sein. Das ist Philipp Buhl - so kennt man ihn.

Erster Start ist für Mittwoch, 27.04.2016, 11:00 Uhr vorgesehen.Die Wettfahrten können im Internet per Live-Tracking in 2D und 3D verfolgt werden (http://www.sailing.org/worldcup/multimedia/tracking.php ).

Kurze Tagesberichte mit Ergebnissen lesen sie hier auf dieser Webseite von Philipp Buhl

 

Las Palmas, Gran Canaria, 03. / 04.03.2016

Laser-EM, 5. und 6. (letzter) Tag

Hohe Zielsetzung nicht erreicht. - Enttäuschung?

Was so schön begonnen hatte, erfuhr im Verlaufe der zweiten Halbzeit leider eine jähe Wende. Das gilt für den Wind und ebenso für die beeindruckende Leistungskurve von Philipp Buhl. Durchaus sind beide Effekte zumindest teils miteinander verknüpft.

Der Wind wurde bereits zur Halbzeit schwächer, mithin seine Richtung – und dies war vor allem das Problem - ungünstiger. Lokale Thermik erhielt dadurch verstärkten Einfluss. Dieser war zwar nicht für einen eigenständigen typischen Seewind nicht mächtig genug, aber zur Rolle eines Störenfrieds reichte es allemal. Dieser bestand darin, dass der übergeordnete Wind des für die Kanaren grundlegend windbestimmenden Azorenhochs über dem Nordatlantik schon zuvor bis zur Unsegelbarkeit abgewürgt wurde (siehe Bericht zum dritten Tag). Und an den letzten beiden Tagen wurde es mit unkalkulierbarer Instabilität sehr problematisch. Am vorletzten Tag landeten die Topsegler irgendwo im Mittelfeldbereich und andere auffällig und ungewöhnlich weit vorne. Bei sehr schwierigen Winden wächst beim Segeln eben auch die Glückskomponente. Das ist nachvollziebar. Denn mit Windkapriolen müssen fast logischerweise auch welche im Hinblick auf die Platzierungen zustande kommen.

Philipp Buhl war zunächst einwandfrei auf Kurs zu seinem hoch gesteckten Ziel: eine Medaille. Bei seinen Ansprüchen möchte man sagen: Was sonst. Er hat seine Zielsetzung auch unverblümt ausgesprochen und zudem klar gesagt:  Eine Platzierung jenseits der Top Ten sei für ihn enttäuschend. Nun ist es mit seinem dreizehnten Platz so. Der amtierende EM-Vize von 2015 erzielte schließlich nurmehr durchwachsene Wettkampfergebnisse und kam damit zügig vom Medaillenkurs (als Dritter zog er ins Goldfleet ein) ab. Die selbstdefinierte Enttäuschung blieb ihm nicht erspart. Doch warum muss er enttäuscht sein?

Er muss es nicht! Denn er gab ganz sicher wie immer sein Bestes und hat es an Vorbereitungen nicht fehlen lassen. Spitzenergebnisse sind im Hochleistungssport eben nicht zu pachten. Und man behält einen Spitzenplatz auch nicht automatisch wie im Berufsleben, wenn man dorthin einmal befördert wurde. Im Hochleistungssport pfeift diesbezüglich ein rauherer Wind. Hier geht es um welt- nicht nur um firmenmaßstäbe. Und dies besonders in einer olympischen Klasse, in der naturgemäß und speziell im Laser erfahrungsgemäß eine extrem hohen Leistungsdichte vorherrscht.

Der hoffentlich nicht nachhaltig Enttäuschte, hat keine großen Fehler und Mängel begangen. Wohl aber ein paar kleinere. Und das genügt in diesem Umfeld auch schon, um gewaltigere Verstärkungseffekte auszulösen. Buhl wird daraus lernen. Davon darf man ausgehen. Das ist das Positive von nur mäßigen Erfolgen oder wenn man unbedingt so will, Misserfolgen.

Den EM-Titel 2016 sicherte sich der Schwede Jesper Stalheim vor Jeemin HA (Korea) und Christian Ruth (Norwegen). Da Korea nicht zu Europa gehört, rückt der viertplatzierte Giovanni Cocoluto (Italien) auf den Bronzemedaillenrang vor. Stalheim entthront mit seinem ersten EM-Titel unter den Senioren den bisherigen Europameister Rutger van Schaardengurg (Niederlande).

In der auf europäische Teilnehmer sortierte Liste wurden unter anderen folgende Platzierungen von Favoriten außerhalb der Medaillenränge erzielt: Nicholas Heiner (4., NED, Weltmeister 2014; van Schaardenburg (5., NED, Europameister 2015), Nick Thompson (7. GBR, amtierender Weltmeister), Buhl (11., GER, amtierender Vize-Weltmeister, Vize-Europameister 2015).
 

 

Las Palmas, Gran Canaria, 01. / 02.03.2016

Laser-EM, 3. und 4. Tag

Schwierige Verhältnisse bravourös gemeistert

Philipp Buhl zeigt auf dem EM-Segelrevier beeindruckende Konstanz. Der liebe Wind dagegen weit weniger. Er zeigt sich bisher eifrig mit immer neuem Gesicht : Am ersten Tag nicht segelbarer Starkwind bis Sturm, dann kräftiger bis starker und extrem oszillierender Wind und hohen Wellen, gestern (Di., 3. Tag) schwacher bis kräftiger Wind und teils kabbeliger Welle und auffällig hohem Swell. Wer hier gut sein will, muss schon mit allen Wassern gewaschen sein, nicht zuletzt auch taktisch und konditionell. Denn das Feld ist mit über 60 Booten nach den gewöhnlichen Maßstäben eigentlich schon überbesetzt. Das macht etwa das Starten schwieriger und noch risikobeladener, will man nicht schon in der Nachstartphase das Rennen verloren haben. Und das fast 10 km entfernte Segelareal raubt den Seglern für die über zweistündigen Hin- und Rückfahrten nicht unerheblich Kraft, Energie und sonstigen wichtige Ressourcen, die es für den Kampfeinsatz am Folgetag gekonnt zu regenerieren gilt.

Philipp Buhl hat über die Qualifyingserie aus sechs Wettfahrten eine einwandfreie und konstant gute Leistung vorgelegt. Bei sehr wechselhaften Winden und einem das Bewegungs-Feingefühl abverlangender Seegang schaffte der amtierende Vizewelt- und Vizeuropameister zwei zweite und einen vierten Rang. Damit auch das zweitbeste Tagesresultat. Nur der Argentinier Julio Alsogaray übertrumpfte den Deutschen. Der Allgäuer schraubte sich damit punktemäßig erheblich und in der Zwischenbilanz um eine Position nach vorne und qualifiziert sich als Drittbester für das Goldfleet ab Mittwoch.

Mit einem zwischenzeitlich auf zwei Punkte geschmolzenen Vorsprung führt von Beginn an weiterhin der amtierende britische Weltmeister Nick Thompson. Alsogaray und Buhl liegen punktgleich auf den weiteren Podesplätzen. Der bisher drittplatziere Pavlos Kontides aus Cypern erlitt einen schwarzen Tag. Er wurde im Zwischenergebnis mit drei Wettfahrt-Rückschlägen auf den bitteren Rang 19 zurückgereicht. Auch Buhls zeitweiser Trainingspartner Theodor Bauer (Audi Sailing Team Germany) am ganz und gar nicht in Schwung. Dazu trug besonders auch noch ein Frühstart bei.

Zurück zu den Kapriolen des Windes. Am heutigen vierten Tag (Mi.) ließ er die die Segler erneut im Stich. Dieses Mal zeigte er sich eher unerwartet von seiner schwachen Seite. Viele mag das überrascht haben, nachdem die Wettervorhersagen fast durchwegs gut brauchbaren Wind vorhersahen. Die Wind-Insider haben es befürchtet. Es geht mit dem Hauptmedium des Segelns trotz großräumig lebhaftem Wehen aufgrund lokalthermischer Gegenwirkungen zunächst leider nicht sehr hoffnungsvoll weiter.

Zwischenergebnisse nach 6 Wettfahrten (bzw. Ende des Qualifyings)

 

Las Palmas, Gran Canaria, 29.02.2016

Laser-EM, 2. Tag

Zufrieden mit solidem Auftakt nach extremen Anforderungen

„Extrem anstrengend“, so leitete Philipp Buhl seine Rückmeldung ein. Der Wind war auch heute stark, die Wellen dementsprechend hoch, drei Wettfahrten und dazu fast 10 km lange Anfahrt. Dies bedeutete, an die 50 Minuten auf dem Vorwindkurs unter voller Windpower zum Areal zu segeln und nach drei kräfteraubenden Wettkämpfen und dazwischen liegenden Wartezeiten 80 Minuten lang gegen Wind und Wellen nach Hause in den Hafen von Las Palmas geschleppt zu werden. Summa summarum fast acht Stunden auf dem Wasser.

Buhl gelingt ein solider Einstieg in die EM-Wettfahrtserie. Die erste Wettfahrt beendet er mit einem fünften Rang nach beachtlicher Aufholjagd. Dann ein Wettfahrtsieg. Im letzten Rennen ging eine Einschätzung des immer wieder extrem pendelnden Windes auf der Kreuz nicht auf. Dies führte schlussendlich zu einem achten Rang.

Es wäre wohl noch einiges mehr möglich gewesen, resümierte Buhl. Mit allen relevanten Leistungskomponenten war er zufrieden. In der Zwischenbilanz liegt er auf dem vierten Rang.

Heute stehen erneut drei Qualifying-Wettfahrten auf dem Plan. Der Wind ist weiterhin zumindest kräftig, soll aber tendenziell etwas nachlassen. Ein erneut sehr anstrengender Tag steht also an. Damit gilt es auch, möglichst gut zu regenerieren, um die Ausdauerfähigkeit auf hohem Level zu halten.

Zwischenergebnisse nach 3 Wettfahrten

 

Las Palmas, Gran Canaria, 28.02.2016

Laser-EM, 1. Tag

Wind der Stärke 5 bis 7 Beaufort und entsprechend hoher Wellengang boten den startbereiten Laser-Seglerinnen und -Seglern des Guten zu viel. Deshalb entschied die Wettfahrtleitung nach Abwarten bis  Mitte Nachmittag, den Start zur ersten Wettfahrt auf Montag, 12:00 Uhr (13 Uhr MEZ) zu verschieben. Vorgesehen sind nun drei statt zwei Wettfahrten. Allzu gemäßigter sind die Bedingungen allerdings für Montag nicht zu erwarten. Erst am Dienstag wird der Starkwind auf etwa Halbflamme nachlassen.

Las Palmas, Gran Canaria, 27.02.2016

 

Laser Europameisterschaft (28.02. / 04.03.2016

Nun wird es es für Philipp Buhl nach seinen intensiven Zwischensaisonsvorbereitungen auch auf den Regattabahnen voll zur Sache gehen. Vor dem Hafen von Las Palmas beginnt ab Sonntag, 29.02.2016, die Europameisterschaft der olympischen Laser-Klasse.

In mehreren Trainings und während des int. Wintersegelevents "Regata de Carnaval" auf dem EM-Revier vor Gran Canaria  konnte Philipp das excellente und beeindruckende nordatlantische Wind- und Wellenrevier erfahren. Und wie wie es schien, sehr positiv. Der bereits im Vorjahr für Deutschland als Erster qualifizierte Olympia-Segler gewann die Carnival-Regatta unter 62 Booten aus 24 Ländern. Seine gewichtigsten Konkurrenten, der amtierende Weltmeister Nick Thompson (England) und der ehemalige Weltmeister Nicholas Heiner (Niederlande), verwies Philipp auf die Plätze drei und sieben. Auch dem Schweden Jesper Stalheim als Zweiplatziertem fehlten zu Philipps Punkteendstand sieben (netto) bzw. 12 (brutto) Zähler. Also keine geringe Menge Holz, wie man in Philipps Heimatland, dem Oberallgäu, sagen würde.

Kurze Tagesberichte zum EM-Verlauf lesen Sie hier auf dieser Webseite ab Sonntag / Montag.

 

 

 (Archiv: Frühere News von 2015, 2014, 2013 ...)

 

Hyeres, 27.04.2016

ISAF Sailing World Cup, 1. Tag

Super gemacht, Philipp!

Einen überzeugenden und starken Auftakt hat er vorgelegt. Mit einenem sechsten Platz im ersten Rennen konnte er schon recht zufrieden sein. Schließlich besteht seit dem Vorjahr bei einigen Weltcup-Regatten eine Startplatzlimitierung auf nur mehr ein Flee (früher drei Fleets) Goldfleet-Neveau vom ersten Tag an.

as so schön begonnen hatte, erfuhr im Verlaufe der zweiten Halbzeit leider eine jähe Wende. Das gilt für den Wind u

Strömungen:

(Keine Analyse)

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     Guter siebter Platz für Buhl - dennoch knapp am Finale vorbei. 

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Neueste Berichte

Das große Finale

veol 300

Zum Abschied von sehr viel Positivem

Danke !

 
Euer Philipp
 

 

 

 

 

Für Abu Dhabi

so souverän qualifiziert

wie für Rio de Janeiro.

(Tagesberichte)
   

 

 
* 1. Tag: Mittelmäßiger Beginn >>>
* 2. Tag: Unangefochtener Wettfahrtsieg und starke Aufholjagt >>>
* 3. Tag: "Bin natürlich nicht zufrieden" >>>
* 4. Tag: Risikoplan nur teils aufgegangen >>>
 

Zum letzten Male in dieser Weltcup-Saison heißt es für die olympischen Topsegler, ihre Performance nochmals anzupeitschen und hochzukitzeln. So auch für Philipp Buhl, der sich höchst souverän einen der 20 Laser-Startplätze des Weltcup-Finale vor Abu Dhabi sicherte. Neben anderen Kriterien haben sich Segler mit einem Weltcup-Sieg für die Abschluss-Partie qualifiziert. Für Buhl war somit die Sache bereits im Januar mit seinem Sieg in Miami (USA) gebongt. Und es war bekanntlich nicht sein einziger in seinem Karriere-Glanzjahr 2015. Auch sein WM-Vize hätte dem Sonthofener vom Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI) ebenso die Tür zum großen Abschlussfinale geöffnet. Buhl hat sich so betrachtet also gleich dreifach für das Spektakel in den Vereinigten Arabischen Emiraten – welch eine überragende Leistung. Im Großteil aller zehn olympischen Klassen haben die deutschen Seglerathleten den Zugang zum großen Finale nicht geschafft.

In Abu Dhabi finden die Segler neben ungewohnt hohen Wasser- und Lufttemperaturen auch ein schwieriges Revier mit seinen spezifischen Eigenheiten vor. Gezeitenströmungen, die vom Indischen Ozean in den Persischen Golf hinein generiert werden, sind nicht zu vernachlässigen. Das vorwiegend lokalthermische Windverhalten ist nächstens sehr eigenartig. Wenn die Seabreeze nach dem ungenutzten meist kräftigem Vormittagwind erst ab Mitte Nachmittag aus der Gegenrichtung in die Gänge gekommen ist, hat der Segler nicht den sonst üblichen Antriebsgenuss. Denn das auffällig unregelmäßige Windverhalten hinsichtlich seiner Richtung, Stärke und Verteilung verlangt die äußerste Aufmerksamkeit einer intelligenten Sensorik und einen geschärften Fernblick des Seglers. Das allein schon verlangt echtes Können, von der folglichen Einbindung in das taktische und strategische Entscheiden und Handeln ganz zu schweigen.

Die insgesamt sieben geplanten Wettfahrten sind über vier Wettkampftage jeweils ab 12:00 Uhr (lokal time := GST; zu MEZ 3h vorverschoben) vorgesehen. Und dies ausgerechnet in einer der mehr oder weniger schwierigsten Windphasen des Tages.

 

 

 

ast-190 105

 

       sap-150

 

 

      stg

 

(Abu Dhabi / Persischer Golf, Vereinigte Arabische Emirate , 29.10./01.11.2015  (Text: Friedl Buhl))

1. Tag (Do., 29.10.): Races 1 und 2

Mittelmäßiger Beginn

Er hat nicht unzufrieden geklungen. Seine Platzierungen, Elfter und Achter. Sie bescheren ihm eine zwar nur mäßig gute aber nach vorne dennoch völlig offene Ausgangsbasis. Philipp Buhl liegt damit im Zwischenergebnis an zehnter Stelle, also mittig.

Die Windstärke konnte sich mit 3 bis teils gut 4 Beaufort wirklich sehen lassen. Extrem schwierig seien jedoch die unablässigen und eigentlich unkalkulierbaren kräftigen Richtungs- und Stärkeschwankungen gewesen. Damit hat natürlich jeder seinen Kampf. Manchmal gelinge dieser einfach optimal, ein andermal weniger gut. Das Verbesserungspotential dürfte bei Buhl wohl gegeben sein und somit die berechtigte Hoffnung auf morgen. Die Spitze belegen momentan Tom Burton (AUS) vor Robert Scheidt (BRA) und Nick Thompson (GBR).

Ein Lob an die Wettfahrtleitung. Sie hat die Windsituation klar erkannt und den Rennbeginn um 2 h vorgezogen. Damit war der zu erwartenden sehr problematischen Windsituation am frühen Nachmittag (geplante Wettfahrtzeit) erfolgreich zuvorgekommen. Morgen soll das Vorbereitungssignal sogar noch 20 Minuten früher (9:40 Uhr lokaler Zeit bzw. 6:40 Uhr gemäß Mitteleuropa) ertönen.

Ergebnisse nach Race 1 und 2

 
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  all-out

 

 

          

     bavar 15 200

 

 

 

             max 150

 

 

2. Tag (Fr., 30.10.15): Races 3 und 4

Unangefochtener Wettfahrtsieg und starke Aufholjagt

Schafkopfer würden sagen, jetzt haut der gleich den Eichelober auf den Tisch. Was beim Schafkopfspiel nur unter ganz bestimmten Bedingungen sinnvoll wäre, ist im Sport grundsätzlich gut – so man die höchste Trumpfkarte überhaupt zu spielen in der Lage ist. Philipp Buhl wagte und schafft es. Er startet mutig und entschlossen im Poolposition-Bereich ohne Makel, segelt im Vertrauen an den strategischen Plan  selbstsicher links raus. Gewinnt Vorsprung und schaltet über die zweite Startkreuzhälfte der diffizilen Windtaktik ein gekonntes Fleetcontrolling hinzu. Buhl rundet am Luvpunkt schließlich als Erster. Im weiteren Verlauf lässt er zu keinem Zeitpunkt die Angreifer an sich ran. Im Gegenteil. Sein Vorausabstand wächst. Im Ziel beendet Vize-Weltmeister Buhl seine Start-Ziel-Siegwettfahrt 150 m vor dem zwischengesamt Führenden und Weltranglistenersten Tom Burton (Australien) und Weltmeister Nick Thompson (England).

Die zweite Wettfahrt verlief nicht durchwegs gut oder glücklich. Der Wind hatte erwartungsgemäß ein Stück weit gedreht. Buhl passte das Strategiekonzept an. Start auf der anderen Seite, Timing einwandfrei. Bis etwa zur Startkreuzhalbzeit sieht alles erneut bestens aus. Buhl segelt relativ zum Feld weit rechts. Der Wind hatte dazu verlockend eingeladen und noch etwas. „Pavlos Kontides (Cypern) war nah im Luv bei mir. Ich konnte nicht ohne weiteres wenden. Ich glaube, sonst hätt‘ ich es auch schon früher getan.“, sinnierte Buhl. Aber es hätte trotzdem auch richtig perfekt werden können. Doch dann geschieht es. Ein Ausflipper an Winddrehern, ein langatmiger zudem, torpediert an schier ungünstigster Stelle das Märchen eines möglicherweise zweite Wettfahrtsieges. Die Folge, Dreizehnter an der Luvmarke. Damit sind die Chancen auf einen Spitzenplatz natürlich hundertprozentig dahin. Das Rennen geht für Buhl jedoch keineswegs enttäuschend zu Ende. Er holte noch bis zum siebten Platz auf.

Buhl rückt vom zehnten auf den fünften Platz der Zwischenwertung vor. Burton bleibt in Führung, vor Robert Scheidt (Brasilien), Thompson, und Matthew Wearn Australien.

Die Wettfahrtleitung setzte den morgigen ersten Start noch früher an (9:30 Uhr lokale Zeit bzw. 6:30 nach MEZ).

Ergebnisse nach 4 Wettfahrten

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     las ziegel 150

 

          konsail 150 150

 

 

    seg serv 150 44

 

 

     mader 175

 

3. Tag (Sa., 31.10.15): Races 5 und 6

„Bin natürlich nicht zufrieden“

Klar, dass Philipp Buhl damit überhaupt nicht zufrieden war. Der Mix aus Topresultat und durchaus noch gutem Ergebnis des Vortages versprach viel mehr, ließ weiteren Vormarsch erhoffen. Aber es kam nicht so. Die starken Windschwankungen machen es sehr schwierig, das luvseitig mit Buchten, Wasserstraßen bzw. Inseln durchsetzte Meer zu beherrschen. So beherrschen oft die äußeren Bedingungen die Segler oder mit anderen Worten: Der geht mit den Seglern zeitweise unfair um.

So musste Buhl heute die Plätze 11 und 15 hinnehmen. Und wie schnell das jedem so ergehen kann, zeigen auch die Platzierungen anderer Topathleten, die aktuelle im Zwischenergebnis vorne platziert sind, z. B.: Tom Burton (8.; AUS), Robert Scheidt (14.; BRA) oder Weltmeister Nick Thompson (15.; GBR). Buhl hat zweimal kein Schubergebnis zustande gebracht. Der Wind hat wohl seines dazu beigetragen, aber seglerische Fehler kamen – manchmal vielleicht auch in einer ansatzweise Verzweiflungsstimmung - wohl auch hinzu.

Zwar konnte Buhl seinen 15. streichen. Dennoch rutschte er vom fünften auf den neunten Rang des Zwischenergebnisses zurück. Er ist damit morgen im Medalrace dabei. Und das ist doch nicht trostlos. Nach den heutigen Wettfahrten führen Burton vor Scheidt und Thompson. Sie haben untereinander relativ große Punktabstände. Buhl kann sich natürlich beim morgigen Medalrace noch verbessern, allerdings nicht mehr auf einen Medaillenrang. Er kann also einen risikovollen Angriff wagen.

Ergebnisse nach 6 Wettfahrten

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        oakley 150

 

 

 

           scai 100

 

 

 

          bsv 100 74

 

 

4. Tag (So., 01.11.15): Race 7 (Medalrace)

Risikoplan nur teils aufgegangen

Die Laser sind als letzte Klasse dran. Gut gedacht, um die Spannung für die beeindruckend stark besetzte olympische Klasse hoch zu halten. Der Landwind bricht allerdings um die Mittagszeit auf, um alsbald als thermischer Seewind in Erscheinung zu treten. In dieser Phase ist der Wind besonders instabil und für die Segler schwierig, um nicht zu sagen, zwischendurch richtig unfair. Aber der Wind kann sich das leisten.

Wer im hintern Bereich der Zehnergruppe platziert ist wie Philipp Buhl (9. der Zwischenwertung), kann sich auch mal ganz hohes Risiko leisten, sozusagen ein Hopp oder Top versuchen – bestens vorüberlegt, versteht sich. Er versuchte es auf diesem Pfad. Auf der Startkreuz ging seine Rechnung mit dem Glauben an seinen Strategieplan unter Ignoranz seiner Gegner nicht auf. Er rundet als Letzter die Luvmarke. Ein verkehrter Winddreher hatte ihn erwischt – nur 2… 3 Minuten zu früh. Pech – aber egal.

Buhl kämpft, wie immer, voll weiter. Schließt auf dem Vorwindkurs etwas auf, jagt sozusagen das Feld vor sich her, wie Segler gerne ironisch vermerken. Viel geht bei diesen Bedingungen leider nicht, denn die heiße Sonne hat den kühlen Morgenwind zwischenzeitlich kränkelnd schwach gemacht. Wellen können bestenfalls nur mit den Fingerspitzengefühl „ausgesurft“ werden. Buhl bleibt beim zweiten Aufkreuzen seinem Plan treu. Und er stimmt dieses Mal. Schade nur, dass der Nutzen etwas schwächer als Nachteil zuvor war.

Aber Vize-Weltmeister Buhl hat bis zur zweiten Luvtonnenrundung (Pos. 6) Weltmeister Thompson (GBR) und den auf gesamt Silber rangierenden Scheidt (BRA) bereits hinter sich gebracht. Nach der letzten Vorwindstrecke steht für den Deutschen der siebte Rang. Der Zyprer Kontides gewinnt das Medalrace vor Stpanovic (CRO) und Meech (AUS). Scheidt musste wohl schwer enttäuscht sein. Er verliert mit seinem neunten Medalrace-Platz den Griff an der Silbermedaille an Kontides und auch für die bronzene reicht es ihm nicht mehr. Verdienter Gewinner des ISAF Sailing Weltcup-Finales ist Burton (AUS) vor Kontides und Wearn (AUS). Buhl bleibt auf dem neunten Platz. Eine Platzierung in der Mitte der Weltelite. Sicher nicht schlecht. Nur für seine eigene Erwartungshaltung ganz sicher nicht gut genug.

Ergebnisse nach 7 Wettfahrten (nach dem Medalrace)

 

     dsv 100 70

 

 

        bw 120 52

 

 

 

      dsh 150

Das war's vom ISAF Sailing Worldcup Final in Abu Dhabi am Persischen Golf
Danke für euer Verständnis, wenn Berichte aus zeitlichen Gründen hin und wieder etwas verögert erschienen sind.

 

Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl

 

 

Vom Welcup-Finale vor Abu Dhabi am Persischen Golf herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und natürlich nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).
Liebe Grüße auch in die USA zu holario.de.

Danke für euer Interesse. Am 07. / 08. November geht es in Hamburg um die deutsche Trophäe Meister der Meister. Ich freue mich auf eure mentale Begleitung.

 

Euer Segler
Philipp Buhl

 

 

 

 

 

Links zu diesem Event:

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

IDM-2015: Ein kleinerer Vize folgt zwei großen

 
IMG 6679 5

 

 

 

 

 

(Gesamtbericht)

      veol-175

 

 

Bei der Deutschen Laser-Meisterschaft auf dem Bodensee segelte Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt auf den zweiten Rang. Er hat sich damit bei den Meisterschaften (Vize bei WM und EM) offensichtlich komplett auf die Silbermedaillen eingeschossen. Den Titel holte sich erstmals Lukas Feuerherdt vom Segelclub Mardorf. Bronze gewann. Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz").

 

(Friedrichshafen / Bodensee, 01./04.10.2015 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

Die IDM am Bodensee hatte es in sich. Oder zutreffender gesagt, sie hatte nicht in sich, was man für eine Segelregatta am dringendsten benötigt und erhofft: Wind. Von acht geplanten Wettfahrten kamen trotz stundenlangem Windabwarten und mehreren abgebrochenen Fleet-Wettfahrten nur vier zustande. Ein Streichergebnis gab es somit auch nicht. Gerade unter diesen Umständen wäre es wichtig gewesen. Will man es kritisch betrachten, dann waren auch die Windverhältnisse für die gewerteten Wettfahrten zu dürftig. Sie verliefen nämlich durchwegs bei 0 bis max. 2 Beaufort. Mit richtigem Segeln hatte dies – abgesehen vom abschließenden Medalrace - nur bedingt zu tun. Richtig und Verständlich ist natürlich, dass Veranstalter bzw. Wettfahrtleiter ihr aufwändig vorbereitetes Event zustande bringen wollten und alle, auch die grenzwertigen Möglichkeiten dafür genutzt haben.

Neben den schlechten Noten für den Wind gibt es auch gute zu verteilen. Neuer Deutscher Meister wurde nicht Topfavorit Philipp Buhl. Den Titel holte sich kein Unbekannter aber doch eher ein seglerischer Außenseiter. Lukas Feuerherdt vom Segelclub Mardorf heißt der neue Deutsche Laser-Meister. Ohne Zweifel ist er sehr gut gesegelt. Buhl, der auch im Medalrace den Punktrückstand gegen ihn nicht mehr vollständig ausgleichen konnte, musste sich mit dem Vize zufrieden geben. Buhl ist trotzdem gut gesegelt, auch wenn man annehmen darf, er müsste das für diese nach seinen Maßstäben deutlich untergeordnete Regatta mit links für sich entscheiden. Es ist eben wesentlich auch eine Frage der äußeren Bedingungen, wie im Segelsport das komplexe Können auch tatsächlich ausgespielt werden kann.

Schon zehn Sekunde vor dem Startschuss zur ersten Wettfahrt konfrontierte Buhl ein Hemmnis mit nachhaltiger Wirkung. Ein Penalty der Jury, verbunden mit einem 720 °-Strafkringel, vermasselte ihm den Start total. Der nun Zeit- und Abwindgeschädigte konnte diese Wettfahrt trotz der massiven Handicaps als Sechster beenden. Zur Berechtigung dieser Strafe deutete Buhl auf Nachfrage an: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sie unberechtigt war.“ Für ihn landeten bereits Punkte im Eimer, die ihm am Ende fehlen sollten. Buhl zeigte im weiteren Verlauf der Regatta keine Blößen. Bei allen wegen Windabflauen abgebrochenen Bewerben war er vorne dabei. Auch die Ergebnisse aller gewerteten Wettfahrten (2., 4. 1.) waren okay. Weniger okay war sein nur siebter Platz beim Medalrace bei strömendem Regen (Feuerherdt Achter). Buhl hätte noch zwei Plätze zwischen sich und seinen Hauptkonkurrenten segeln müssen. Dann hätte er einmal mehr den Deutschen Titel in der Tasche gehabt.

Dies musste für Buhl, der sich nach strenger Saison in der Regenerations- und Wettkamp-Ruhezeit befand, wohl nicht dringend sein. Und unter anderem schon deshalb ist auch die letzte Konsequenz und Bereitschaft zum harten Einsatz nicht voll präsent. Entsprechend lässig und gönnerisch hat Buhl den Ergebnisendstand hingenommen. Er Hat sich für den neuen Deutschen Meister und seinen gleichzeitig größten seglerischen Erfolg offenherzig gefreut.

Wenn das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei.“ stimmt, wenn es auch im Fall von Philipp Buhls Erfolgen dieses Jahres zutreffen sollte – dann ... J. Der zweifache Deutschlands Segler des Jahres wurde heuer Vize-Weltmeister, Vize-Europameister und neuerdings auch Deutscher Vize-Meister, und er gewann zudem drei Weltklasse-Regatten. Die Weltcups in Miami, Weymouth und die traditionsreiche „Trofeo Princesa Sofia“ vor Palma de Mallorca. Großartiger geht es eigentlich nur im Traum. Mit Blick auf’s Sprichwort fragt man sich, was die bisherige Glanzsaison sonst noch in petto haben könnte. Man darf gespannt sein.

Endergebnisse 

 
 

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Nachfolgende die Tagesberichte
 

1. Tag (Do., 01.10.15): Race 1

Kein ungewöhnlicher Einstieg - Erinnerungen

Heute hatte er keine Chance. Während er in den letzten Tagen noch voller Power war, brach er ausgerechnet heute und überaus pünktlich zum Beginn der Segel-Meisterschaft jämmerlich zusammen. So ist es eben nicht selten, wenn man ihn braucht und sich  ihn wünscht, den lieben Wind.  Die Lokalthermik setzte sich heute wider Erwarten durch. Aber dies leider nur als zarte wackelige Seebrise und somit für das Seglerherz ebenso jämmerlich, wie der über die letzten Tage überzeugende Nordostwind die Segler heute im Stich ließ.

Für Philipp war dies heute nicht das Problem. Er passiert das Ziel nach einer außergewöhnlich langdauernden und heute einzigen Wettfahrt - man auf denersten Blick wohl sagen -  als nur Sechster. Dieser nicht berauschende Regatteinstieg errinnert etwas an die Kieler Woche von 2014, die er - nebenbei erwähnt - mit dem einmaligen Gold-Hattrick gekrönt hat. Damals hatte Philipp gleich in der ersten und dann auch noch in der zweiten Wettfahrt von der Jury jeweils eine gelbe Flagge-Strafe erhalten. Für ihn sonst eher eine seltene Angelegenheit. Heute war Philipp noch früher und zum denkbar ungüngstigsten Zeitpunk im Fokus der Jury: 10 Sekunden vor dem Startschuss musste er auf einen Penalty reagieren. Ein völlig misslungener Start hätte nicht toller verzögert, als die nun fälligen 720 °-Strafkringel, währenddessen seine Konkurrenten bereits munter loszogen. Trotzdem schaffte der kräftig Abwindgeschädigte bei zudem schwachem und launischem Bodenseelüftchen  noch den sechsten Platz.

Es ist richtig, wenn die Jurys und Wettfahrtleitungen nicht nur auf der Ebene hochrangiger internationaler Regatten Strenge und Konsequenz walten lassen, sondern auch bei kleinen Events. Man darf nun gespannt sein, wie es mit dem Durchsetzungsvermögen gegen Wettfahrtregelverstöße in den nächsten Tagen bestellt ist.

Zwischenergebnisse nach Race 1

 
 
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2. Tag (Fr., 01.10.15): Race 2 und 3

Es bleibt spannend!

Egal wie die das Rennen um den Laser-IDM-Titel ausgeht, der Shootingstar der ersten Halbzeit heißt Lukas Feuerherdt (Segelclub Mardorf). Kein anderer des 34-köpfigen Laser-Feldes vermochte dem Topfavoriten aus dem Allgäu über die erste und die weiteren zwei Leichtwindwettfahrten heute so nachhaltig Paroli bieten und ihn sogar  konsequent im Schach halten. Feuerherdt führt klar und Philipp Buhl macht es spannend. Der Vizeweltmeister ist weiterhin in der Angriffsposition und muss zunächst vor allem den Mardorfer im Visier behalten. Mit ordentlichen Einzelplatzierungen (2., 4.) segelt Buhl sich vom gestrigen sechsten auf den zweiten Platz vor. Ihm folgt Alexander Ebert (Seglergemeinschaft am Müggelsee). Buhls zeitweiser Trainingspartner und Nationalmannschafts-Mitglied, Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz"), musste seine gestrige Führung abgeben und rutscht auf Rang sechs ab.

Um Spannung besteht also gewiss keine Sorge. Und die Chancen auf drei oder gar vier weitere Wettfahrten am Samstag stehen mit Blick auf die zu erwartenden Windverhältnisse nicht schlecht.

Zwischenergebnisse nach Race 1 bis 3

 
 
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3. und 4. Tag (Sa. und So., 02./03.10.15): Race 4 und Medalrace

Kein IDM-Titel, sondern den Vize für den Vize-Weltmeister

Vordringliches Randthema war auch am dritten Tag der sehr spärliche Wind. Was am Vormittag überraschend recht vielversprechend begann, endete alsbald mit zügigem Abflauen und schließlich einem Wettfahrtabbruch. An die 100 Boote durften wieder zurück an Land. Eineinhalb Stunden später signalisierte die Wettfahrtleitung erneut Auslaufen, um eine zaghaft aufkommende Thermikbrise eventuell schnell nutzen zu können. Aber der Wind wollte einfach nicht. Erneut ein Start und wiederholt ein Abbruch auf etwa halbem Kurs. Philipp Buhl wäre jedesmal bestens im Rennen gelegen. Nach stundenlangem Windabwarten auf dem Wasser gelang dann doch noch eine vollständige Wettfahrt bei Schwachwind, der großteils unter der Mindestwindstärke von 4 Knoten (ca. 1 Beauffort) lag. Das Race gewann Philipp. Sein Hauptgegner Lukas Feuerherdt (Segelclub Mardorf) wurde Dritter. Buhl verblieb, zwar mit etwas geschmälertem Rückstand, auf dem zweiten Rang des Zwischenergebnisses. Bis auf das Medalrace am Folgetag war die IDM gelaufen. Vier weitere geplante Wettfahrten und auch das Streichergebnis (erst ab fünf Fleetraces) fielen dem Bodenseewindchen zum Opfer.

Philipps letzte Chance war nun noch das Medalrace am Folgetag. Ausnahmsweise gab es mehr Wind, schwach mittelmäßigen. Doch es wollte nicht klappen. Philipp bezwang zwar Feuerherdt, doch nicht deutlich genug. Philipp, nur Siebter, benötigte ein um zwei Positionen besseres Resultat. Dann hätte er Silber in Gold verwandelt und den Titel statt den Vize mit nach Hause genommen.

Der amtierende Vize-Welt- und Vize-Europameister und nun auch noch Deutsche Vizemeister ließ keinerlei Enttäuschung erkennen. Warum auch! Er und die Seglerwelt weiß, welch sehr viel höhere Hürden er heuer bravorös bezwungen hat. Nun freute er sich gönnerisch für den neuen und erstmaligen Deutschen Meister im Laser, Lukas Feuerherdt, der sehr gut gesegelt ist und sich glücklich über seinen größten Erfolg fühlte. Die Bronzemedaille gewann Theodor Bauer (Röbeler Segler-Verein "Müritz"). 

Endergebnisse nach Race 4 plus Finale 

 
 
 
 
   

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Vorgeschmack der Olympischen Spiele

 

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Philipp Buhl 

beim Olympia Rio Testevent

für Deutschland am Start

 

(Tagesberichte)

 
 
 
 
 
 
 
* 1. Tag: Auftakt ohne Paukenschlag >>>
* 2. Tag: Auf dem Weg der Besserung >>>
* 3. Tag: Mit Topleistung weiter im Aufwind >>>
* 4. Tag: Aufwärtstrend ins Gegenteil verkehrt >>>
* 5. Tag: Wieder in Nähe Top Ten >>>
* 6. Tag: Mit Tagesbestleistung das Medalrace-Ticket erkämpft >>>
* 7. Tag: Kein krönender, aber ein guter Abschluss >>>
 
 

veol 300

 

Jetzt spüren die Athleten das nähernde Olympia 2016. All jene, die am Start sein dürfen bei der „Aquece Rio“. So nennt sich die Preolympic-Regatta oder das Rio Testevent, das in diesen Tagen für alle zehn olympische Segelklassen unter Olympiabedingungen ausgetragen wird. Und dies in der traumhaft schönen Atlantikbucht Guanabara, flankiert vom berühmten Zuckerhut und den brasilianischen Millionenmetropolen Rio de Janeiro und östlich gegenüber Niteroi. Nur traurig, dass die Menschen dort das Meerwasser und ihre einzigartige Umgebung so arg verschmutzt haben.

Die Laser-Klasse der Männer vertritt für Deutschland Philipp Buhl. Die Aquece Rio ist für das Punktesystem des ISAF-Worldrankings von untergeordneter Bedeutung. Trotzdem haftet diesem Segelwettkampf Außergewöhnliches an. Buhl sagte in einem Interview der Allgäuer Zeitung: „Eine hohe Rangordnung hat das Event sportlich zwar nicht, aber eine immense im Hinblick auf Olympia. Es ist der gleiche Zeitplan, das gleiche Revier, eine hohe Medienpräsenz und nur 40 Boote. Das wird ein Crashkurs für Olympia.“ Auf die obligatorische Journalistenfrage nach seiner Zielsetzung antwortete der amtierende Vize-Welt- und Vize-Europameister: „ Ich erwarte nichts, aber ich will eine Medaille.“ Eigentlich für einen wie ihn, der mit seinen Zielsetzungen nie zimperlich umging, sehr naheliegend. Denn definitiv möchte er auch im nächsten Jahr von diesem Event, wenn es dann „XXXI. Olympic Games – Rio 2016“ heißt, wohl liebend gerne mit Edelmetall aus Südamerika heimkehren.

Die Herausforderung an das gesamte Können der Segler könnte nirgendwo höher sein als in der „Baia de Guanabara“. Insgesamt sind dort sechs Segelareale ausgewiesen, drei davon im etwa 3 bis 5 km breiten Buchteingang, die anderem vor dem Buchtansatz zum offenen Atlantik. Auf den verschiedenen Bahnen sind die Bedingungen aus Wind und Wellen extrem unterschiedlich. Die teils starken Tidenströmungen sind sehr inhomogen und gestalten das Segeln ungewöhnlich komplex und schwierig. Ferner werden die Wettfahrten täglich auf einem anderen Areal ausgeflaggt. So können revierbezogene Erfahrungen nur mühsam und bescheiden aufgebaut werden.

    ast 190 105

 
 

       sap 200

  

(Rio de Janeiro / Brasilien, 15. / 22.08.2015 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

1. Tag (Sa., 15.08.15): Races 1 und 2

Auftakt ohne Paukenschlag

Mit einem nur mäßigen Auftakt eröffnet Philipp Buhl für sich die Aquece Rio. Der 14. Platz nach der ersten Wettfahrt war am Rande noch in Ordnung. Wobei den am Schluss noch grünen Platzierungsbereich eine gute Aufholjagd rettete.

In der zweiten Wettfahrt lagen die Positionen über dem gesamten Kurs über 20 und im Ziel auf der 24. Damit war der in letzter Zeit von Erfolgen Verwöhnte natürlich gar nicht zufrieden. Er wusste aber klar, woran es gelegen hatte. Er sei da und dort einfach ein wenig zu vorsichtig herangegangen. Dies schon beim Start und auch sonst bei verschiedenen Entscheidungen. Das Starten stellt aufgrund der starken Strömungen von 20 bis 50 Meter pro Minute eine ungewöhnlich schwierige und mit Blick auf Frühstarts gefährliche Phase dar. Buhl liegt nach zwei Wettfahrten an 20. Stelle.

Ergebnisse nach 2 Wettfahrten

 
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       stg

 

 

 

 

     all out 150

               

               

 

2. Tag (So., 16.08.15): Races 3 und 4

Auf dem Weg der Besserung

Heute gings mit den Lasern auf die südöstliche Bahn NITEROI (gestern das Areal PONTE). Dort, am Buchtausgang zum atlantischen Ozean herrschen deutlich rauere Bedingungen: Dünung, hohe Wellen und kräftigerer Wind.

Die erste Wettfahrt wirkte für Philipp Buhl wie Balsam auf die wenig positiven Empfindungen des Vortages. Er durchsegelte die Startkreuz mit der viert besten Zeit. Auf dem Vorwindkurs und dem Zielreacher musste er jeweils einer Position nachsehen und erkämpfte sich schließlich den guten sechsten Platz. „Das war schade. Aber es gibt hier derart eigenartige Windfelder mit Schwankungen zwischen 7 und 14 Knoten. Du siehst die Böen kommen, aber teils an dir vorbei rauschen.“, erklärte der Sonthofener.

Und dann kehrt wieder etwas der Wurm vom Vortag zurück. Start links, am kritischen Pinnend. „Doch ich brachte ihn einfach nicht voll raus und hatte dann die typischen Folgeprobleme“, so Buhl. Die geschädigten Winde drücken ihn während der ersten Kreuz bis auf die 19. Position zurück. Dieses Mal macht er auf der Vorwindstrecke mehrere Positionen gut und passiert das Ziel als 14.

Insgesamt war Buhl  mit dem Tag nicht glücklich, aber durchaus nicht unzufrieden. „Bin ein Stück nach vorne gekommen und nur dreizehn Punkte vom Medaillenrang entfernt“, resümierte er. Morgen wolle er allerdings gerne noch weiter voran, bevor es am Dienstag in den Pausetag geht.

Laut Zwischenklassement führt Tonci Stipanovic (Kroatien) vor Francesco Marrai (Italien) und Weltmeister Nick Thompson (England). Europameister Rutger van Schaardenburg liegt auf vierter Position. Vize-Welt- und Vize-Europameister Buhl hat auf seinem dreizehnten Rang einen Punkt Vorsprung vor dem Weltranglistenführenden Tom Burton (Australien).

Ergebnisse nach 4 Wettfahrten

 
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           bsv 100 74

 

 

 

          konsail 100 100

 

 

 

 

      seg serv 120 35

 

3. Tag (Mo., 17.08.15): Race 5

Mit Topleistung weiter im Aufwind

Eine Spitzenleistung liefert Philipp Buhl am heutigen dritten Tag ab. Im einzigen Rennen des Tages passiert er das Ziel als Dritter. Doch diese Position war für ihn nur durch nachhaltiges Vorpreschen zu haben. Den ersten Kurs nach dem Start, über 1,5 km gegen Wind und kräftige Meeresströmungen beendet der Vize-Weltmeister als zwölftes Boot. Auf dem dritten Kursabschnitt, mit dem Wind, überholt er fünf Boote. Und das Nachvorne setzt er auf dem folgenden 1 km langen Kreuzkurs beeindruckend fort. Buhl macht auf einer wohl überlegten, aber letztlich doch mutigen und risikoträchtigen Ausbrechertour weit auf die linke Seite vier weitere Boote gut. Er ist an der Bahnmarke Dritter. Mehr geht auf den weiteren zwei Teilkursen nicht mehr, auf denen nur noch der Australier Tom Burton und der amtierende Weltmeister Nick Thompson etwa 100 bzw. 50 m vor dem Allgäuer dem Ziel entgegen segeln.

Er verbessert sich mit diesem sehr guten dritten Rang in der Zwischenbilanz um fünf Positionen und liegt nun auf Platz neun. Es führt nach wie vor der Kroate Tonci Stipanovic (in dieser Wettfahrt 16.) vor Thompson und Francesco Marrai (Italien, 13. in dieser Wettfahrt).

Laser-Legende Robert Scheidt (Brasilien) und sicherlich guter, wenn nicht bester Revierkenner hielt das Aufholen auf dem von Buhl gewählten Pfad bei den starken Meeresströmungen normal für völlig unmöglich. Es sei „… a wonder“, so Scheidt, der den Sonthofener auch davonziehen lassen musste und selbst den sechsten Platz belegte. Der Brasilianer liegt zurzeit auch gesamt auf der Sechs, aber nur zwei Punkte vor Buhl.

Die unmittelbare Vorbereitung für dieses Rennen stand unter erhöhten Erschwernissen. Die Laser-Segler begaben sich für den geplanten Start um 13 Uhr auf die etwa 15 km entfernte exponierteste Bahn „Pai“ . Trotz guter Windvorhersagen blieb der Wind aus. Rückkehr in den Hafen nach über zweistündigem Abwarten. Dann gegen Abend die zweite Order zum Auslaufen auf die nahe liegende Bahn „Escola Naval“. Hier konnte das Wettfahrtleiterteam dann noch eine der geplanten zwei Bewerbe bei mittlerem Wind gut über die Bühne bringen. Für eine bahnspezifische Vorbereitung blieb letztlich kaum mehr Zeit. Den Laser-Seglern hat dies auch den Mittwoch als Ruhetag geraubt, denn die unverrichtete Wettfahrt muss nachgeholt werden. Und dies wieder auf Areal „Pai“, das es wind- und wellenmäßig durchaus in sich hat. Hoffentlich wird es seinem Ruf beim nächsten Anlauf gerecht.

Ergebnisse nach 5 Wettfahrten liegt leider nicht vor

 
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      las ziegel 150 
 
 
 
 
 
 
 
             scai 100
 
 
 
 
 

4. Tag (Di., 18.08.15): Race 6

Aufwärtstrend ins Gegenteil verkehrt

Philipp Buhls gestern sehr hoffnungsvoll neu aufgebauter Aufwind strauchelt heute wieder, ähnlich wie zurzeit der Wind auf den Außenbahnen. Dort ging erneut nichts, und die Laser mussten schließlich wieder auf eine Innenbahn, die nördliche PONTE. Und dies erst ab 16 Uhr, für eines der zwei geplanten Rennen des Vortages. Der magere Wind sorgt in diesen Tage für zähen Fortschritt der Regatta. Man muss sich nicht wundern, wenn’s nach so langem Hoffen und auslaufbereitem Warten, ständig eine gewisse Grundspannung haltend, mit gutem und hoch konzentriertem Segeln nicht mehr alles optimal läuft.

Für Buhl verläuft diese Schwachwindwettfahrt absolut unbefriedigend. Platz 26. Dabei macht er keine großen Fehler. Sie wirken sich aber aufgrund der starken und ungleich verteilten Meeresströmungen sehr massiv und unglücklich aus. Erstes Problem war wohl ein nicht perfekt getimter Start. Ein minimaler Rückstand beim Startschuss führt über die ersten 200 m wegen nicht mehr völlig ungestörten Windes zu leichtem Speedproblem. Normalerweise ist dies kein Beinbruch-Problem. Man wendet weg und sucht den nächsten freien Pfad. Der aber führt heute und um diese Tageszeit auf Kursareal PONTE ins Fegefeuer. Links vom rechten Extremschlag wächst die Gegenströmung. Man spürt das sanft agierende Handicap nicht. Die Suche nach dem freien Wind verführt Buhl zu weit nach links – prinzipiell wohl wissend, aber vielleicht den Effekt auch ein Stück weit unterschätzend. Damit waren wesentliche Chancen auf eine gute Platzierung frühzeitig vertan.

Buhl legte mit dieser Punktelast, die er zwar als schlechtestes Resultat streichen konnte, trotzdem im Zwischenklassement den Rückwärtsgang ein: Von 9 auf 15. Wichtig ist nun, keine Panik und den Glauben nicht verlieren!

Ergebnisse nach 6 Wettfahrten

 
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          oakley 150

  

 

 

 

 

              max 150

 

     

5. Tag (Mi., 19.08.15): Race 7

Wieder in Nähe Top Ten

img 6520 2Heute ging es wieder Richtung offenes Meer, auf den Kurs COPACABANA. Und der Wind ließ auch heute auf sich warten, so dass erst Mitte Nachmittag gestartet werden konnte. Eine zweite Wettfahrt war somit tageszeitlich nicht mehr möglich.

Philipp Buhl segelt dieses siebte Rennen durchwegs einwandfrei und belegt den achten Rang. Mit diesem guten Resultat machte er einen kräftigen Klimmzug in Richtung Top Ten. Der nun elfte Rang eröffnet ihm gute Chancen, doch noch in die Zehnergruppe für das Medaillenrennen einzudringen. Das Einlassticket wird es für Buhl wohl nur geben, wenn er auch morgen bei den letzten Fleetraces erfolgreich abschneidet. Einen Ausrutscher darf er sich nicht mehr leisten. Dazu ist sein Punktestand bereits ein wenig zu hoch angesiedelt.

Morgen auf der Außenbahn NITEROI stehen drei Wettfahrten auf dem Plan. Eine soll schließlich vom Vortag nachgeholt werden. Es wird eine andere Windcharakteristik erwartet, weil das bisher vorherrschende Wettersystem umbricht und von einem Tief über dem südlichen Atlantik bestimmt werden wird.

Ergebnisse nach 7 Wettfahrten

 
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      dsv 140 109
 
 
 
 
    bw 175 76
 
 
 
 
 
       dsh 150
 
 

6. Tag (Do., 20.08.15): Race 8 und 9

Mit Tagesbestleistung Medalrace-Ticket erkämpft

Die heutigen Bedingungen kamen für einen Teil der Segler sicherlich wie gerufen, nachdem der Wind in und vor der Bucht in den zurückliegenden Tagen arg kränkelte, damit noch schwieriger wurde und die schwer kalkulierbaren Meeresströmungen weiterhin ihren Beitrag zu einer enorm hohen Komplexität der äußeren Bedingungen beitrugen.

Auf der Außenbahn NITEROI nutzt Philipp Buhl die sympathischen Bedingungen von mittlerem bis teils kräftigem Wind und etwas gleichmäßiger auftretenden Strömungen, um seine seglerische Klasse unter Beweis zu stellen.

img 6675 2In der ersten Wettfahrt rundet der Allgäuer nach der über 1 km langen Starkreuz als 15. Sukzessive kämpft er sich über die fünf weiteren Kursabschnitte mit einer Gesamtlänge von etwa 3,5 km an die sechste Position vor.

Danach legt Buhl noch eine Kohle auf und belegt im zweiten Rennen den  sehr guten dritten Platz. Auch hierbei ein schrittweises Aufholen von neun Booten ab der ersten Luvmarke, womit er seine seglerische Klasse beeindruckend und wiederholt vorführt. Der Vizeweltmeister erzielt mit diesen Resultaten das beste Tages-Gesamtergebnis. Er schreitet schließlich auf Rang neun Gesamtwertung vor und ist für das morgige Medalrace qualifiziert.

Madelrace verblieb bei Buhl nun als vorläufiges Topziel, nachdem der Medaillenpfad zusehends schmaler und unwegsamer geworden ist. Und das muss einen mit so vielen vorangegangenen Erfolgen keineswegs unzufrieden stimmen. Auf Facebook sagte Buhl: „Medal Race tomorrow! Pretty happy with a 6th and a 3rd today.”

Die Spitzenreiter der Top Ten-Gruppe heißen Francesco Marrai (Italien), vor Tonci Stipanovic (Kroatien) und Tom Burton (Australien). Um den Medaillenzugriff wird es morgen spannend. Buhl kann indes entspannt und locker ans finale Werk gehen. Eigentlich genau so, wie man es am besten immer tun sollte, um bestmöglich erfolgreich zu sein.

Ergebnisse nach 9 Wettfahrten

 
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        ast 190 105

 

 

 

 

 

           sap 200

 

 

 

 

 

       stg

7. Tag (Fr., 21.08.15): Races 10 - Medalrace

Kein krönender, aber ein guter Abschluss

Das Finale auf der Bahn PAO DE ACUCAR beendet Philipp Buhl als Sechster. Damit behauptet er sich auf dem neunten Rang gesamt. Buhl hat sein oberes Ziel nicht erreicht, jedoch die Qualifizierung für‘s Finale als nächst unteres Ziel. Das kann er sehr gelassen nehmen. Die Platzierung beim Testevent – sie war mit Rang neun trotzdem gut - spielt für ihn wahrlich keine besondere Rolle. Der Allgäuer hat davor im Verlaufe der Saison alle Schäfchen in beeindruckender Weise ins Trockene gebracht. Vielleicht ist es sogar gut so. Denn man denkt unweigerlich mehr über Verbesserungsmöglichkeiten nach, wenn nicht alles nur prima gelaufen ist.

Die Zwischenpositionen während des kurzen Rennens wurden derart krass durcheinander gewürfelt, dass kritische Fragestellungen angebracht sind. Ist die ufernahe und vom Land zu zwei Drittel eingerahmte Bahn mit ihren komischen Winden und ihrem abartigen Strömungszirkel überhaut zum fairen Segeln geeignet? Hat der Wettfahrtleiter kompetent, in freier Entscheidung und letztlich richtig gehandelt? Die Antwort auf beide Fragen muss aufgrund der Faktenlage mit „Nein“ beantwortet werden!

Tracking und Echtzeit-Windaufzeichnungen zeigten, dass 2 km nordwestlich, mehr in der Mitte der Bucht, auf der Bahn NAVAL die Finn Dinghys bereits mit dem zu erwartenden südlichen Wind gesegelt sind, während die Laser wegen zu wenig Wind und / bzw. dieser mit fast gegensätzlicher Richtung, dies wiederum aufgrund der Ufernähe und der Temperaturdifferenzen zwischen Wasser und Land, noch abwarten mussten. Das Windsystem war dabei sich großräumiger auszurichten und zu stabilisieren. Für die Tageszeit 13 / 14 Uhr ist dies für die Region bei der herrschenden Wetterlage typisch. Nur hat sich der Wettfahrtleiter wohl unter Eile und unter Druck gesehen, aufgrund der bereits verschobenen Planzeiten so schnell wie nur irgend möglich anzuschießen. Denn es sollten nach den Lasern noch vier weitere Klassen auf der zuschauerfreundlichen Bahn unmittelbar vor dem Hafen ihre Medalraces austragen.  Die Wettfahrtleitung missachtete ganz klar das wichtige Gebot, ausreichend lange (mindestens 15 bis 30 min, je nach Einschätzung der Windlabilität) zu beobachten und abzuwarten, bis sich ein in der Veränderung befindliches Windsystem einigermaßen stabilisiert hat.

Einige Minuten nach dem Startschuss kam die Bestätigung. Der Wind dreht um krasse 20 bis 30 ° nach rechts (in der Windaufbauphase nichts Besonderes) und begünstigt die nach rechts Segelnden in sehr unfairer Weise. Danach blieb es bei Windschwankungen im grünen Bereich. Tom Burton beispielsweise profitierte am extremsten und rundete als Erster. Buhl bildet das andere Extrem; er ist an der ersten Luvmarke Letzter, und etwa die Hälfte des Feldes erleidet ähnliche Nachteile. Von da an bestimmen als externe Faktoren nicht mehr völlig unkalkulierbare extreme Winddreher, sondern die (obwohl sehr schwierig) berechenbaren überaus komplizierten Strömungen in der Unterbucht der großen Bucht Guanabara sowie übliche Winddreher usw. Erst ab jetzt beginnt, was man einigermaßen faires Segeln nennen kann.

Nach dem Vorwind- und zweiten Amwind-Kurs haben sich die Positionen stark verschoben. Beispiel: Burton vom 1. auf den 5., Buhl 6. Burton glaubte offensichtlich an weitere Glücksdreher, Buhl nicht. Er war mehr vom grundlegend kalkulierten Konzept überzeugt und holte auf.

Am Schlimmsten fällt der fragwürdige Wettbewerb wohl für Tonci Stipanovic aus. Seine Wettfahrt ist doppelt misslungen. Zuerst war er Opfer des Winddrehers, dann seines Glaubens, dass für die zweite Kreuz die Seite wegen des vorherigen Vorteils gewechselt werden müsste. Das war klar falsch. Stipanovic war hoffnungslos Letzter und rutschte vom zuvor besetzten Silbermedaillenrang auf den sechsten Rang der Endwertung ab. Ganz gewiss ist er daran nicht völlig unschuldig, aber anderen Teils ist er auch Opfer. Man stelle sich vor, so etwas geschieht bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr. Es wäre verständlich, wenn der Athlet dies sein Lebtag nie mehr vergessen könnte. Vor allem, weil das Resultat zumindest zu erheblichen Teilen nicht auf eigenem Verschulden basiert.

Die Aquece Rio dominierten zwei Nichtfavoriten. Der Italiener Francesco Marrai (1., im Medalrace 9.) und Jean Baptiste Bernaz (2., Frankreich). Unter den Medaillenfavoriten schaffte es nur Tom Burton auf den Bronze-Rang. Dies zeigt einmal mehr die extreme internationale Konkurrenz in der Laser-Klasse. Im Laser kommen jederzeit Segler aus einer Zehnergruppe für die Medaillen in Frage, und die Medaillenfavoriten müssen auch mal mit etwas höheren Platzierungen vorlieb nehmen. Fakten hierzu: Nick Thompson (10., GBR, amtierender Weltmeister); Philipp Buhl (9., amtierender Vize-Weltmeister und -Europameister sowie mehrfacher Weltcupsieger); Rutger van Schaardenburg (8., NED, amtierender Europameister). Dieser Umstand hält die Spannung auf sehr hohem Niveau und zeigt, was es bedeutet, in der Laser-Klasse bei internationalen Wettkämpfen vorne zu landen.

Endergebnis

 

 

 

 

   bavar 15 200

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das war's vom olympischen Testevent Rio 2015.
Liebe Leser, danke für euer Interesse.
 

Viele Grüße

Euer Berichtverfasser
Friedl Buhl
 
 

Vom Olympic Testevent aus Rio de Janeiro (Brasilien) herzliche Grüße an alle meine Partner und Förderer, Fans und Gönner sowie meine Freunde und Bekannten und nicht zuletzt meinen Segelclub Alpsee Immenstadt (SCAI).

Nach einer seit Januar anhaltenden sehr anstrengenden Trainings- und Wettkampftounee ist erst einmal eine innig ersehnte Regenerationsphase angesagt. Vielleicht hören wir uns dann nächsten zu einer netten lokalen Einlage, zur IDM am Bodensee.

Bis hahin beste Grüße.

Liebe Grüße auch nach Nepal zu holario.de .

 
Euer Segler
Philipp Buhl
 
 

 

 

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 Philipp Buhl eröffnet anschließend Einblicke in seine Empfindungen während wichtiger Stationen der Weltcup-Saison und danach.

Darunter ein Kommentar

(F. Buhl)

Der traumhafte Saisonsverlauf von Philipp Buhl


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Drei Weltklasse-Siege!
 

Und mit Silbermedaillen

bei WM und EM

vorzeitig und souverän

Olympianorm erfüllt.

(Zusammenfassender Bericht)

 

 

veol 250

 
Einem Saisonsverlauf, den man sich erfolgreicher nicht wünschen kann, packt Philipp Buhl nochmals eine satte Erfolgsportion oben drauf. Er gewinnt bei der EM in Dänemark die Silbermedaille. Mit diesem jüngsten Toperfolg und dem Vize-Weltmeister vor knapp drei Wochen sicherte sich der Allgäuer nun vorzeitig das Olympiaticket für Rio de Janeiro 2016. „Ein tolles Gefühl!“, gibt Deutschlands Aushängeschild im Hochleistungssegeln zu erkennen.
Die Olympia-Teilnahmeberechtigung schon vor dem dritten und letzten Kriteriumswettkampf in trockenen Tüchern zu haben, stellt den einen Part von Buhls bisheriger 2015-Erfolgsgeschichte dar. Der andere Teil glänzt nicht weniger edel: Gold bei den ISAF Sailing Worldcups in Miami (USA) sowie Weymouth (England) und Sieg bei der Weltklasseregatta auf Palma de Mallorca. Kein deutscher Laser-Segler hat eine solche Erfolgspalette jemals auch nur annähernd gepackt und schon gar nicht in so konzentrierter Form. Und mit diesem Erfolgspaket ist Buhl in diesem Jahr auch weltweit Spitzenreiter und unter den absolut besten Laser-Athleten voll etabliert.

Nun kann sich der Sonthofener auf den verbleibenden Wegabschnitt nach Rio konzentrieren, auf seine ersten Olympischen Spiele, sein bislang höchstes Ziel.

 

(Zu Kingston [WM], Aarhus [EM], Rio de Janeiro [Olympia], 03.08.2015 (Text und Bilder: Friedl Buhl))

 
Vor vier Jahren war die Olympiaqualifikation für Buhl von zähem und Nerven beanspruchendem Kämpfen gekennzeichnet. Am Schluss hat infolge der in Perth (Australien) misslungenen WM  seine schwerste Niederlage gestanden: Olympiateilnahme ade – Rivale Simon Grotelüschen hatte es geschafft!
Dagegen schien während der aktuellen Olympiaausscheidung alles ganz schmerzlos, unspektakulär und schnell zum Erfolg zu führen. Doch der Schein täuscht auch: Schnell, ja - schmerzlos, nein. Zielstrebiges hartes Training, strenge Fokussierung in Verbindung mit Verzicht auf vieles und während der Quali-Kriteriumswettkämpfe (WM und EM) teils extreme mentale Belastungen, nicht zuletzt auch aufgrund hoher externer Erwartungshaltungen. Mentale Beanspruchungen sind besonders bei Seglern aufgrund der langen Wettkampfdauer von zehn bis zwölf Wettfahrten über fünf bis sechs Tage ungewöhnlich hoch. Es kommt nicht allein auf mentale Stärke an, sondern auch auf die Ausdauer in dieser Hinsicht.

Druckverstärkend wirkte für Buhl, dass er für die WM und EM nicht nur ein gutes Abschneiden mit Blick auf Olympia im Sinn hatte. Als Europameister von 2012, WM-Dritter 2013 und WM-Vierter 2014 wollte der in der Weltspitze zwischenzeitlich voll Etablierte natürlich wieder auf das Podium. Und dies möglichst ganz nach oben.

Bei der diesjährigen WM in Kingston (Kanada) war Buhl zunächst auf Medaillenkurs: Dritter, dann Zweiter und am dritten Tag nach sechs Races Führender. Doch dann lief es plötzlich nicht mehr optimal und in der zehnten und zwölften Wettfahrt schlichen sich auch Fehler ein. Buhl rutschte nach hinten. Eine Medaille wurde unwahrscheinlicher. Erst in letzter Stunde, im finalen Rennen, sicherte sich Buhl mit einem großartigen Wettfahrtsieg doch noch die Silbermedaille.
Sein Olympia-Rivale Tobi Schadewaldt (Hamburg) konnte mit einer Platzierung anfangs zweites Drittel im 158 Boote (aus 63 Nationen) starken Teilnehmerfeld nicht für die Qlympiaqualifikation punkten.

IMG 7199 2 img 6960 2Eher konträr verlief die EM im dänischen Aarhus, dem zweiten Kriteriumsevent. Erst am dritten Tag kam Buhl vom zunächst bescheidenen 15. Rang und danach mit stetig guten Ergebnissen an den Podiumsplätzen an. Dann kletterte er unaufhaltsam weiter nach oben - auf den zweiten Rang und am vorletzten Tag sogar an die Spitze des Zwischenklassements. Der EM-Titel war jetzt greifbar nahe. Doch für den endgültigen Griff nach der Goldmedaille musste für die letzten beiden Wettbewerbe am Finaltag wohl alles optimal laufen. Buhls Vorsprung war nicht komfortabel – nur 1 Punkt zu den beiden Nächstplatzierten. Seine letzte Wettfahrt war sehr gut. Er segelte sich in die Führungsposition. Doch am Ende des zweiten Vorwindkurses und damit unweit vom Ziel, verpasste ihm die Jury einen Penalty (Strafe mit zweifachem Strafkringel) wegen vermeintlicher Beschleunigungsvorteile infolge von zwei zu dicht aufeinanderfolgenden und zu kraftvollen Halsemanövern. Buhl verlor zwei Positionen, wurde Dritter. Doch am verlorenen Gesamtsieg änderte diese streitbare Juryentscheidung letztlich nichts, denn Buhls vorletzte Wettfahrt war mit der achten Position einfach nicht gut genug. Rutger van Schaardenburg aus den Niederlanden segelte am Schlusstag einfach besser (3. und 1.). „Schaardenburg ist sehr stark gesegelt und hat verdient gewonnen. Ich freue mich über die Silbermedaille.“, sagte Buhl, sichtlich zufrieden mit seinem erneut großen Erfolg.

img 7367 4Mit den beiden Meisterschaftserfolgen in Kingston und Aarhus machte der zweifache Deutsche Segler des Jahres für sich den Weg nach Rio zu den XXXI. Olympischen Spielen frei. Das dritte Qualifikations-Kriterium steht zwar erst 2016 an. Jedoch hat Buhl bereits 55 Zähler auf dem speziellen Punktekonto des DSV. Kontrahent Schadewaldt erzielte mit seinem 6. EM-Rang 15 Punkte. Der Weltcup in Hyeres 2016 als drittes und letztes Kriterium kann bestenfalls noch 25 Punkte einbringen. Somit ist Buhl mit mindestens 15 Punkten gegenüber Schadewaldt im Vorsprung und folglich uneinholbar. Die endgültige Nominierung für die Spieleteilnahme erfolgt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erst im nächsten Jahr.

Trainingspartner und Nationalmannschaftskollege Schadewaldt hat sich als großer, fairer und vor allem kollegialer Sportler erwiesen. In seinem Innern musste er wohl Gefühle von Wehmut und Enttäuschung verspüren, nachdem es trotz seines guten Aschneidens bei der EM (6.) für eine Olympiaqualifikation gegen seinen Kontrahenten nicht gereicht hat. Jedoch war nichts davon äußerlich zu erkennen. Im Gegenteil. Nach seinem Zieldurchgang, draußen auf dem Meer stieg der unterlegene Tobi aufs Boot zu Philipp um und feierte mit ihm seinen großen Erfolg (siehe Bild) und natürlich auch ihre gemeinsame Teamleistung. Man kann nur sagen: „Es ist einfach sehr schade, dass im Segelsport pro Nation und Disziplin nur ein Athlet zu den Spielen darf.“

Philipp weiß in dem Moment auch, dass er für sein Team und seine Trainings einen leistungsstarken und für sich hilfreichen Laser-Piloten an seiner Seite eventuell verlieren wird. Der deutsche Nachwuchs hat zurzeit noch größeren Abstand zum Leistungslevel der Weltspitze. „Ich hoffe darauf, dass Tobi dem Laser-Segeln doch nicht den Rücken kehrt.“, sagte Buhl. Er selbst könnte dahingehend das beste Vorbild sein. Buhl hatte – auch wenn es im Dezember 2011 bei der WM in Australien schmerzte – nicht eine Sekunde daran gedacht, wegen einer verlorenen Olympiakampagne aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Er gab weiterhin und sogar erst recht Vollgas. Schließlich wurde der unentwegte Weiterkämpfer im olympischen Jahr sogar Deutschlands Segler des Jahres. All dies mit seiner überzeugten Auffassung, dass es im Leistungssport auch noch andere und durchaus ebenbürtige Herausforderungen, Ziele und Attraktionen wie die Olympiade aller vier Jahre gibt.

In Kürze wird sich Buhl auf die Reise nach Rio machen, um auf dem künftigen Olympiarevier zu trainieren und vom 15. bis 22. August 2015 die Aquecce Rio (Preolympic-Regatta) unter olympischen Bedingungen zu bestreiten. Hierzu lesen sie in gewohnter Weise Tagesberichte auf diesem Web. Bis demnächst.

 
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